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Lateinamerika - Kolumbien (Colombia) - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Geographie/Geschichte
Drogenkrieg/Verbrecherbanden
Aktuelle Kriegsentwicklung
Wirtschaft
Kolumbien






"Guerillakrieg, Politikerentführungen, Kokainschmuggel - Kolumbien hat einen schlechten Ruf. Aber die enormen innenpolitischen Probleme des Landes verschleiern den Blick auf sein ökonomisches Potenzial."
(Aus der FTD vom 29.01.2008)

Wirtschaft:
Kolumbien gehört nach Brasilien, Mexiko, Argentinien und Venezuela zu den fünf größten Wirtschaftsnationen Lateinamerikas - und bietet mit seinen fas 48 Mrd. Einwohnen den drittgrößten Markt des südlichen Doppelkontinents. Die Landwirtschaft trägt durch Kaffeeanbau, Blumen, Bananen und Reis zum offiziellen Exporterlös des Landes bei. "Inoffiziell" ist Kolumbien vor allem durch eines bekannt - gut 70 % der gesamten Kokainproduktion der Welt stammen aus den kolumbianischen Bergen ("Medellin"). Das Land verfügt über große Resourcen, Bodenschätze wie Erdöl, Kohle und Naturprodukte wie Kaffee.

Bis vor wenigen Jahren war Kolumbien eines der am höchsten entwickelten Entwicklungsländer. Es hatte eine relativ gut ausgebildete Bevölkerung, eine exportorientierte Landwirtschaft und Leichtindustrie und eine gesunde demokratische Tradition. Kolumbien von den 50er bis in die 90er Jahre hinein eine der stabilsten Wirtschaftentwicklungen des Subkontinents auf. Die Inflationsrate war für lateinamerikanische Verhältnisse niedrig, die Exportwirtschaft diversifiziert und die Industrie wettbewerbsfähig. Lange Jahre galt der Satz:"El país va mal, pero la economía va bien". In den 90er Jahren leitete Präsident Gaviria den neoliberalen Umbau der Wirtschaft ein, der von Rezession, Inflation und Arbeitslosigkeit begleitet wurde.
Die Unzufriedenheit in Kolumbiens Städten wird immer stärker. Besonders das erste Halbjahr 2004 brachte eine gewaltige Streik- und Demonstrationswelle in das Land. Neben dem Ölarbeiterstreik, der trotz der Illegalisierung seit 22. April 2004 weiterging, gab es aus Anlass der Konferenz über eine Anden-Freihandelszone mit den USA am 18.Mai 2004 in Cartagena eine Grossdemonstration von Zehntausenden - möglich gemacht durch die vollständige Befolgung des Streikaufrufs sowohl im Erziehungs- als auch im Gesundheitswesen. Zur selben Zeit kam es in verschiedenen Städten zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und Esmad, die sich über den ganzen Tag hinweg in die Stadtteile verlagerten.

Nach einem starken Einbruch des Wirtschaftswachstums im Jahr 1999 schrieb das Land aber in den letzten Jahren wieder schwarze Zahlen. In einem ähnlichen Aufschwungzyklos wie Brasilien konnte die Inflation reduziert und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Ein Wachstum von 3,9 % in 2003 übertraf sogar optimistische Prognosen und war das höchste der letzten fünf Jahre (2,8% in 2000). 2006 und 2007 wuchs die Wirtschaft sogar um 6,8 bzw. 7,0 Prozent. Das Land wird stabiler - Entführungen und Morde gehen zurück, was dazu beiträgt, dass sich die Investitionen im Lande erhöhen. Der Aufschwung ist vor allem dem steigenden Export des Landes zu veranken - und den gestiegenen Rohstoffpreisen. Allein Deuschland importe mit Warenwerten über 730 Mio. Euro im Jahre 2006 um 6,1 % mehr aus dem Land als 2005.

Kolumbien ist nach Angabe von Cepal, der Wirtschaftskommission für Lateinamerika, nach Brasilien, Mexiko und Chile das Südamerikanische Land mit den meisten ausländischen Investitionen. Vor allem Anleger aus den USA (zu etwa 1/5 der gesamten Auslandsinvestitionen) und Spanien schätzen den Standort - trotz des jahrzehntelangen Bürgerkriegs und trotz Massenstreiks.
Vor allem Bodenschätze - Mineralöl und Gold - aber auch Textilien und Nahrungsmittelverarbeitung sind das Rückgrat der kolumbianischen Industrie.
Trotz Bürgerkriegs - auch westliche Investoren haben das Land entdeckt. Mit Mindestinvestitionen von 34,5 Mio. Dollar und mindestens 150 Mitarbeitern können Investoren überall im Land neue Niederlassungen eröffnen, die den Status von Freihandelszonen erhalten - auch wenn nur eine einzige Firma in dieser Zone angsiedelt ist. In der Region Guajira im Nordosten entstanden mehrere große Windkraftanlagen. Im Nordwesten ist ein Staudamm für Stromgewinnung im Bau.

Inzwischen wir auch in Kolumbien - nach dem Muster Brasiliens - immer mehr Zuckerrohr zur Ethanolgewinnung angebaut.


Diskutieren Sie mit:

Wirtschaft und Politik - Kolumbien: www.defence-forum.net

Externe Links:
Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland:
www.auswaertiges-amt.de

Außenministerium Österreichs:
Kolumbien - (www.bmaa.gv.at)

Arbeitsgruppe Schweiz - Kolumbien:
Arbeitsgruppe Schweiz - Kolumbien - (www.kolumbien-aktuell.ch)

Human-rights watch: Kolumbien: Bewaffnete Gruppen schicken Kinder in den Krieg - (http://hrw.org)

INWENT: Landeskundliche Informationsstelle - (www.inwent.org)

SPIEGEL-Jahrbuch: www.spiegel.de



Letztes Update ( Dienstag, 02 September 2008 )
 
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