Home arrow Kulturen im Konflikt arrow Westliche Staaten - das christliche Abendland arrow Lateinamerika (Einführungsdossier)

Defense News - Meldungen aus aller Welt - Neu bei GlobalDefence.net
Lateinamerika (Einführungsdossier) - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Hauptstandbein: Agrarprodukte
Wirtschaftswachstum und geänderte politische Ausrichtung
Die Linke Südamerikas


 

 


Agrarprodukte waren das Hauptstandbein der südamerikanischen Volkswirtschaften. 
Argentiniens - im Jahr 2001 vollends kollabierte - Wirtschaft (einst mit seinen Rinderherden als Fleischlieferant für diverse Steak- und Hamburgerketten bekannt) erlebt mit dem Anbau von Sojabohnen (auf über 60 % seiner landwirtschaftlichen Nutzflächen) einen Wiederaufstieg. Im Jahr 2003 machte der Sojaexport über 40 % der gesamten Ausfuhren des Landes aus, was durch den massiven Wertverlust der argentinischen Währung verursacht wurde. 

Brasilien dagegen - als neue Industriemacht (VW do Brasil, Embraer) bejubelt - erlebte bei tendenziell steigenden Wirtschaftswachstum immer wieder fast "zyklisch" auftretende Wirtschaftsbelastungen. Das Einkommen breiter Teile der Bevölkerung hatte sich über Jahrzehnte hin nicht deutlich verbessert. Das älteste koloniale Kernland, der Nordosten, gehört zu den ärmsten Provinzen des Landes. Wassermangel und fehlende industrielle Entwicklungen belasten die Wirtschaft dieser Armutsprovinz. Der wirtschaftliche Aufschwung in den großen Städten - Rio de Janeiro und Sao Paolo - ist ebenfalls an der Masse der Slumbewohner vorbeigegangen, so daß auch die Nachfrage nach heimischen Produkten (Binnennachfrage) immer wieder zusammenbricht. Werksschließungen der einst als "Hoffnungsträger" gefeierten Automobilindustrie sind die Folge.
Die frustrierte Bevölkerung flüchtete sich in das brasilianische Hinterland - die Urwaldregionen der südlichen Amazonas-Zuflüsse. Durch Raubbau von Holz, Brandrodung (auch für Rinderzüchter) und die ungezügelte Ausbeutung von Bodenschätzen wird der Urwald vernichtet; da die brasilianischen Wälder aber nur auf einer dünnen Humusdecke wachsen, die ohne den Schutz der Wälder bei tropischen Regenfällen sofort weggespült wird, entsteht anstelle von Urwald eine Steppenlandschaft, die sich sehr schnell in eine Sandwüste verwandelt. 
Die Einführung der europäischen Rinderzucht und von Getreideanbau (ursprünglichen Steppenpflanzen) stellt keine nachhaltige, ökologisch sinnvolle Bewirtschaftung tropischer Wälder dar. Die "europäisch strukturierte Landwirtschaft" erweist sich als größte Bedrohung der südamerikanischen Natur. 
Nur in wenigen Randbereichen des Urwalds - so in den Küstenzonen von Guayana und Surinam - wird mit Reisanbau durch asiatische Einwanderer eine den Standortbedingungen angemessene Bodenbewirtschaftung (Reisanbau), vorgenommen. Für solche - den tropsichen Bedingungen entsprechende - Landwirtschaft würden sich auch andere Gebiete, etwa das Tiefland auf der Ilha de Marajó im Bereich der Amazonasmündung oder die Sumpfgebiete entlang des Parana eignen. Eine solche schonende und der Umwelt angemessene Landwirtschaft könnte das tropische Herz Südamerikas zu einem gesunden Wachstum verhelfen. Hierzu müssten aber Landwirtschaftsmethoden aus Asien "importiert" werden.

In niederländisch Guayana (Surinam) entstand im achtzehnten Jahrhundert die sogenannte Buschnegerkultur, welche durch entlaufene westafrikanische Sklaven ihre Existenz verdankt. Die Neger unterhielten zu den Indianern wie auch zu den Weißen außerordentliche interessante Handelsbeziehungen, wobei mit Bögen und Pfeilen, Blasrohre, Hängematten, Curare, indianische Fischgifte, Maniokreibebretter gegen europäische Waren getauscht wurden.

Französisch Guayana - einst als Straflager gefürchtet - ist dazu aufgrund seiner günstigen Lage nahe des Äquators Hauptstartplatz der europäischen Raumfahrt (http://de.wikipedia.org und http://de.encarta.msn.com ). 

Bis zur Jahrtausendwende lebte aber jeder Dritte der über 500 Millionen Lateinamerikaner in Armut. Zehn % der Bevölkerung besassen 50 % des Vermögens.

 



Letztes Update ( Sonntag, 13 Juli 2008 )
 
firmenportraits.globaldefence.net
firmenportraits.globaldefence.net

GlobalDefence.net