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Taiwan (Republik China) - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
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Einführung
Wirtschaft
Streitkräfte
Taiwan Republik China Republic of




Taiwan ist ein Inselstaat - mit einem potentiellen Gegner an der Küste, der an schierer Masse den taiwanesischen Streitkräften haushoch überlegen ist.

Taiwan muss also in einem Konflikt einerseits seine Luft- und Seeverbindungen offen halten um nicht (wie beinahe Großbritannien im letzten Weltkrieg) "ausgehungert" zu werden, und gleichzeitig über unabhängige Streitkräfte verfügen, die auch nach längerer Isolation operieren und gegnerische Landungsunternehmen abwehren können.

Hier hat sich seit Anfang de 90er Jahre eine deutliche Umkehr in der militärischen Orientierung vollzogen. Während nach der Niederlage und dem Rückzug der Nationalchinesen nach Taiwan (1949) das Hauptaugenmerk einer Rückeroberung des Festlands galt, dienen nunmehr die Streitkräfte vor allem der Abwehr einer befürchteten militärischen Aggression des Festlandes - denn während China nach der Flucht Tschaing Kai Tscheks kaum über Möglichketien verfügte, Landungstruppen nach Taiwan zu schicken und der Luftwaffe die Herrschaft über der Insel streitig zu machen - auch Chinas Flotte (PLAN) war überwiegend auf den Küstenschutz ausgelegt - weitet China seine Möglichkeiten zum Einsatz an und über der Insel zusehends aus. Inzwischen sind nicht mehr nur die unmittelbar vor der Küste gelegenen Inseln Quemoy und Matsu, sondern sogar die Hauptinsel selbst potentiell bedroht. 

Marinestreitkräfte:
Für einen Inselstaat sind Marinestreitkräfte ein Eckpfeiler der eigenen Sicherehtispolitik. In den 50er Jahren erhielt die RoCN (Republic of China Navy) eine ganze Serie von amerikanischen Schiffen, wobei vor allem auf Landungsschiffe und Begleitzerstörer und Fregatten Wert gelegt wurde.

Bereits 1961 verfügte Taiwan über ein Docklandungsschiff (LSD) und 20 LST's (Landing Ship Tank) sowie eine große Menge kleiner Landungsfahrzeuge. Bis Mitte der 70er Jahre kamen noch weitere Einheiten dazu - so dass 1975 bereits 19 Zerstörer und 13 Fregatten die Gewässer um die Insel absicherten. Aus dieser Flotte - aufgrund der Schwäche Chinas überwiegend noch mit ex US-WW II Schiffen betrieben -  ist inzwischen eine moderne Marine geworden. So wurden die ehemaligen US-Zerstörer mit modernen Waffen und Elektronik modernisiert ("Wu Chin I-III Standard").

Begonnen hat die Modernisierung mit der Beschaffung von 8 US-Fregatten der OLIVER-HAZARD-PERRY Klasse, aber mit FFG-61 Standard (Cheng-Kung-Klasse). Dabei wurden die letzten Schiffe - zuletzt Ende 2003 die "TIEN DAN" - bereits auf einheimischen Werften ausgerüstet. Als nächster Schritt wurden weitere 8 Fregatten eines französischen "LA FAYETTE-Derivats" (Kang-Ding-Klasse) beschafft, die eine sehr geringe Radarsignatur haben. Zugleich begann 1993 der Bau kleiner, selbst entwickelter Korvetten (Jin Chang Klasse) zum Patroulliendienst. Zur Bekämpfung der immer stärkeren U-Boot Waffe der PLAN wurden 10 ex - US KNOX Fregatten beschafft, zwei davon allerdings von Anfang an als Ersatzteilspender zur "Kanibalisierung" vorgesehen. Auch hier achtet Taiwan zunehmend auf Unabhängigkeit von ausländischen Lieferungen. Die nächsten Fregatten sollen dann mit dem taiwanesischen Seeziel-Flugkörper Hsiung Feng II ausgestattet werden, und auch die alen HAI-OU-FK-Schnellboote werden durch eine neue selbst entwickelte Klasse (KWANG HUA VI) ersetzt.    

Nun werden die letzten WW-II Zerstörer der CHIEN YANG-Klasse (ex US Gearing - Type) zugunsten der Beschaffung von moderen KIDD-Typ-Zerstörern ausser Dienst gestellt. Besonders schwierig war die Beschaffung von U-Booten. Die USA hatten Taiwan zwar die Beschaffung von 8 konventionellen U-Booten zugesagt - woher aber nehmen, wenn man selbst nur mehr über nuklear getriebende U-Boote verfügt? Taiwan beschaffte sich zunächst ein älteres, noch aus dem Weltkrieg stammendes konventionelles U-Boot - angeblich zum Training seiner (durchaus starken) ASW-Kräfte mit zugeschweissten Torpedorohren .... aber bereits nach kurzer Zeit war es den Taiwanesen gelungen, das Boot einsatzbereit zu machen, und noch ein zweites Boot (Typ US Tench) zu beschaffen. Daneben konnten in den Niederlanden zwei moderne Diesel-U-Boote (Hai Lung-Klasse) beschaft werden. Auch die amphibische Komponente - inzwischen relativ veraltet - ist durch die Beschaffung einiger großer Landungsschiffe in den USA noch vor der Jahrtausendwende modernisiert worden.

Über 20 Fregatten, über 10 Korvetten, fast 50 Flugkörperschnellboote, 4 konventionelle U-Boote, 12 Minensucher und die - immer noch - starke amphibische Komponene (1 LSD Shui Hai - Tyo US Pensacola, 2 LS Chung Ho - Typ US Newport, 11 LS Typ US-LST und 4 LS "Mei Lo" Typ US-LSM) sowie Patrouuillenboote und Hubschrauber bildeten zur Jahrtausendwende eine der stärksten Flotten Asiens, die mit über 32.000 Mann und zusätzlich etwa 35.000 Marines auch über eine beeindruckende "Manpower" verfügt. Die U-Boote, eine Menge von modernisierten FK-S-Booten und starke Küstenbefestigungen sind durchaus in der Lage, amphibische Operationen der PLAN massiv zu stören - wenn nicht gar zu verhindern.

Eines der Hauptaugenmerke der Marine dient der Raketenabwehr, da China auf dem Festland hunderte von Boden-Boden-Raketen stationiert hat. Vier ausgemusterste US-DD'Gs der KIDD-Klasse korrespondieren mit dem (1993 gelieferten) MK 41 VLS und dem Patriot-SAM-System. 

Luftwaffe:
Auch die Luftwaffe Taiwans war zunächst aus US-Beständen aufgerüstet worden. Allerdings strebt Taiwan auch hier immer mehr Unabhängigkeit - und damit Sicherheit - an. Ab ca. 1960 entstand eine eigene Luftwahftindustrie, die 1969 mit der Gründung des "Aero Industry Development Centre" (AIDC) ihren Höhepunkt fand. Eine gemeinsame Tochter vin AIDC und Garrett ist die Turbo Engince Company, die Triebwerke herstellt. Die maßgebliche Beteiligung des Verteidigungsministeriums zeigt, welchen Zweck diese Industrie haben sollte.

Dementsprechend wurden Flugzeugtypen wie die F-5 in Lizenz produziert und aus den Lizenzfertigungen wie der T-28 Trojan (Turboprop) eigene Varianten (T-CH-1) entwickelt. Bereits 1980 wurde mit der Eigenentwicklung des Strahltrainers AT-3 (Tsu Chiang) und dem daraus abgeleiteten Jagdbomber AT-3 B ein weiter Schritt unternommen. Die so entwickelten Kenntnisse waren die Grundlage für das selbst entwickelte Kampfflugzeug  IDF (Indigenous Defence Fighter) F-CK-1  (oder auch Ching Kuo, nach einem früheren Präsidenten). Mit maßgeblicher Beteiligung von Ingenieuren des US-Konzerns General Dynamics wurde die Entwicklung des Fighters - parallel zur Entwicklung der J-10 - in den achtziger Jahren aufgenommen. Allerdings verfügt der taiwanesische Kampfjet über zwei Triebwerke, die in Taiwan von der International Turbo Engine Company hergestellt werden. Bereits 1989 wurde der Erstflug absolviert, und 1992 konnte die Serienfertigung (mit einem Doppelsitzer) aufgenommen werden.  Über 100 einsitzige Fighter (F-CK-1A) und knapp 30 zweisitzige Trainer F-CK-1B, die aber auch voll einsatzfähig sind, wurden bis zur Jahrtausendwende fertig gestellt. Mit der als Mehrzweckkampfflugzeug eingesetzten F-CK-1 wurden die F-5 und die - ebenfalls von den USA erworbenen - F-104 ersetzt. 

Neben diesem Eigenentwurf fliegt die Luftwaffe Taiwans seit 1996 auch europäische Typen (mindestens 60 Mirage 2000) und seit 1997 sind mindestens 150 F-16 aus den USA zugelaufen.  

Taiwans Flughäfen - die Insel ist selbst nur etwa halb so groß wie Bayern - haben einen gewaltigen Nachteil: sie werden wohl als erstes in das Feuer gegnerischer Kräfte geraten. Die Luftwaffe Taiwans ist daher darauf vorbereitet, den Flugbetrieb auf Autobahnen auszulagern.

Auch die weiträumigen ASW-Einsätze Taiwans werden von der Luftwaffe durchgeführt.

Bodentruppen:
"Bodentruppen" ist eigentlich der falsche Ausdruck, wenn man die Kapazitäten Taiwans für den Bodenkampf beschreiben möchte. Auch hier ist das Hauptaugenmerk auf die Abwehr von Landungsunternehmen gerichtet - die bereits von Anfang an mit möglichst großer Feuerkraft zerschlagen werden sollen. Die Panzer - vorwiegend ältere M-41, M-48 und M-60 - sind dagegen für weit ausholende offensive Bewergungen kaum zu verwenden, aber für Verteidigungsaufgaben auf der kleinen Insel immer noch geeignet. Dazu kommt eine größere Anzahl von Geschützen. Das Hauptaugenmerk hat Taiwan aber auf die Beschaffung von Hubschraubern gelegt. Über 250 Hubschrauber, davon rund 80 Kampfhubschrauber (in etwa der israelischen Hubschrauberflotte vergleichbar), können schnell in Bodenkämpfe eingreifen und Bodentruppen zu Abwehrschwerpunkten transportieren.

Eingedenk der Emfpindlichkeit von Flugfeldern hat Taiwan eine große MEnge an Kampf- und Transporthubschraubern beschafft, die im Ernstfall auch im gebirgigen Osten der Insel auf Lichtungen und in Scheunen disloziert werden können, und von dort aus in kürzester Zeit in Landungsgefechte eingreifen könnten. 

Externe Links:
A. Fuldas Link-Sammlung zum Souveränitätskonflikt zwischen Taiwan und China
Die Geschichte Taiwans und die Beziehungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China

Letztes Update ( Dienstag, 26 August 2008 )
 
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