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Geschrieben von Erich Sczepanski
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Konflikte zwischen den beiden Staaten Ungeachtet der von China geförderten Annäherung zwischen beiden Staaten – so gibt es seit Anfang 2003 eine Straßenverbindung über die Demarkationslinie hinweg, und für die Wiedereröffnung der Bahnlinie wurden bis Mitte des Jahres die Minen geräumt – kommt es regelmäßig zu Seegefechten zwischen Nord- und Südkorea. Nordkorea hat die 1953 unilateral von den UN-Truppen festgesetzte Grenzziehung nie anerkannt, die ursprünglich Konflikte zwischen den Seestreitkräften beider Seiten vermeiden sollte. Doch im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrtausends kam es zu immer heftigeren Scharmützeln und regelrechten Seegefechten. 1998 starben 30 nordkoreanische Matrosen, als ihr Torpedoboot versenkt wurde – und im Jahre 2002 wurde sogar ein südkoreanisches Patrouillenboot versenkt, das einem zu weit nach Norden abgekommenen südkoreanischen Fischerboot zu Hilfe geeilt war – mit der Folge, dass Südkoreas Marine 6 Matrosen verlor, und 22 zum Teil schwer verwundet wurden. Was ist die Ursache? Diese Auseinandersetzungen passieren immer im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Wassertemperatur des Gelben Meeres steigt. Denn dann paaren sich die Blauen Krabben – und zwar ausgerechnet entlang der nicht offiziell anerkannten Seegrenze, der als „Northern Limit Line“ oder NLL bekannten Demarkationslinie zwischen beiden Staaten. Dann tummeln sich Fischerboote beider Seiten entlang der Grenzlinie, begleitet von Patrouillenbooten beider Seiten. Rund 1/3 der südkoreanischen Krabbenproduktion von insgesamt rund 10.000 Tonnen entstammt den Gewässern um die Grenzlinie. Die Blauen Krabben sind in den anderen Gewässern Südkoreas wegen der Überfischung der Bestände immer seltener geworden. Die südkoreanischen Fischer von der Insel Yeonpyeong stellten den Krabben seit Generationen nach. Die begehrte Delikatesse kann mit einer Schiffsladung einen Wert von bis zu 50.000 Euro erreichen, und die 60 Krabbentrawler der Insel haben alleine im Jahr 2002 Krabben für rund 13 Millionen Euro abgefischt. Nordkoreas klamme Regierung ist auch an den Devisenerlösen der Krabbenfänge interessiert. Ihr Export – legal und unverdächtig – ist neben den anrüchigen Waffenexporten einer der wenigen Devisenbringer, die der nordkoreanischen Regierung geblieben ist. Beide Seiten erkennen die Brisanz der Konflikte. Solche Scharmützel könnten „schnell zu einem Krieg führen“, hat die nordkoreanische Regierung im Frühjahr 2003 gewarnt, und auch südkoreanische Bürgergruppen wollen die Konflikte an der „Krabbenfront“ beenden. 16 Nichtregierungsorganisationen haben vorgeschlagen, eine gemeinsam genutzte Fischereizone entlang der NLL einzurichten – allerdings sperrt sich Südkoreas Regierung gegen diesen Vorschlag. Sie will eine Einigung an der Demarkationslinie zur See nur im Rahmen einer umfassenden Vereinbarung.
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Letztes Update ( Dienstag, 26 August 2008 )
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