|
|
| Korea - Einführung |
|
| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||||||
Seite 5 von 8 b) Südkorea: Interner Link: Korea und Japan - Streit um einsame Felseninseln Noch immer bestehen erhebliche historische Vorbehalte gegen ein übermächtiges, imperiales Japan; die massiven Kriegsgräuel der Japaner im letzten Weltkrieg sind nicht vergessen, und die traditionelle Wertschätzung, die Japans Regierung den im Weltkrieg gefallenen eigenen Soldaten zukommen lässt - während andererseits eine Entschuldigung für die Kriegsgräuel verweigert wird, zeigen von tief sitzenden Problemen. Südkorea ist zu einer der größten Industrienationen nicht nur Asiens geworden. Korea gehört zu den großen Handelsnationen und profitiert wie kaum ein anderes Land von der Globalisierung. Nach einem Einbruch von 1998 (- 6,9 %) hat das BIP mit einem Zuwachs von 9,5 % (1999) und 8,5 % (2000) wieder zugelegt - seit 2004 pendelt das BIP Wachstum mit einer stabilen jährlichen Zuwachsrate von 4 bis 5 %. Mit einem BIP von 18.500,- $ / Einwohner (Stand 2006) steht Südkorea hinter Japan an zweiter Stelle in Asien. Stabile Wachstumsraten lassen 2007 ein BIP von 19,5 T$ und 2008 ein BIP von 20,6 T$ pro Kopf erwarten. Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich von 3,7 % (2004) um etwa 0,2 % pro Jahr, während die Preisentwicklung (Inflationsrate) um die verträglichen 2,5 % jährlich pendelt. Maßgeblich dazu hat die hoch effiziente Exportindustrie wie etwa für den Schiffs- und Autobau, Computerchips und Handys beigetragen, die 2/5 des BIP erwirtschaftet und etwa 3/4 des Wirtschaftswachstums trägt. Die mittelständischen Betriebe, der 85 % aller Beschäftigten angehören, hat dagegen eine relative geringe Produktivität. Hier sehen Exporteure aus China die Chancen für ihr Geschäft. Andererseits stecken die südkoreanischen Konzerne etwa die Hälfte aller Direktinvestitionen der verarbeitenden Industrie in den großen Nachbarn. Auch Südkoreas Manager haben die Vorteile der "billigen Werkbank China" für ihre Unternehmen entdeckt. China ist inzwischen (Stand 2007) der wichtigste Handelspartner Südkoreas, und das, obwohl der Warenaustausch zwischen beiden Ländern bislang auf den teuren Luftverkehr oder die langsame Schiffsfracht über die überfüllten chinesischen Seehäfen angewiesen ist. Bisher sind 95 % aller südkoreanischen Exporte auf den Seeweg angewiesen. Südkorea drängt daher seit dem Jahr 2000 den nördlichen Nachbarn, die Bahnlinien durch die Demarkationslinie wieder zu eröffnen. Zwei erste Strecken sind im Mai 2007 probeweise befahren worden (siehe Nordkorea). Südkorea drängt dabei auf eine "eiserne Seidenstraße" in den Westen, über Nordkorea bis China, bis Russland, Berlin, Paris und London. Verwegene Träumer sehen eines Tages sogar eine Hochgeschwindigkeitsverbindung (HGV) zwischen Seoul und Peking entstehen - haben nicht beide Staaten beiderseits Nordkoreas dieselben, aus Frankreich importierten TGV-HGV-Bahnen im Einsatz? Seit 30. März 2004 fährt der Korean Train Express (KTX) zwischen Seoul und Pusan, während sich ICE, Shinkansen und TGV einen Wettlauf um HGV-Aufträge in China liefern. China hat schon aus wirtschaftlichen und geostrategischen Überlegungen großes Interesse an Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel - und mit deeskalierendem Einwirken auf Nordkorea und der Vermittlung zu einer koreanischen Friedensordnung gewinnt China nicht nur selbst Einfluss - es kann zugleich die amerikanische Militärpräsenz überflüssig machen und damit zur Reduktion dieser Truppen beitragen. 1993 wurde sogar ein sicherheitspolitischer Dialog zwischen China und Südkorea einerseits und China und Nordkorea andererseits geführt. |
||||||||||
| Letztes Update ( Samstag, 01 März 2008 ) | ||||||||||