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Korea - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Geschichte
Koreakrieg
Nordkorea
Südkorea
Konflikte zwischen den beiden Staaten
Wiedervereinigung nach deutschem Muster?
Streitkräfte und Rüstungsindustrie







Ursachen des Koreakrieges 1950:
Die Ursachen des Koreakrieges sind nach wie vor nicht ganz geklärt. Ob nun rein koreanische Ursachen - ein Angriff des Nordens oder vorhergehende Provokationen des Südens - oder auch die heimliche Unterstützung Chinas und Moskaus für einen Angriff des Nordens ursächlich waren - als sicher darf gelten, dass die Vereinigten Staaten trotz vorhergehender Warnungen völlig überrascht waren und sich letztendlich in einer direkten Konfrontation mit einer "Freiwilligenarmee" aus dem kommunistischen China sahen. Wie wichtig den Pekinger Führern dieser Konflikt war, zeigt, dass sogar der Sohn von Mao tse-tung im Koreakrieg gefallen ist. Nicht nur außenpolitisch war der Konflikt brisant, auch im inneren stieg die Not der Bevölkerung und es kam zu innenpolitischen Auseinandersetzungen.

Koreakrieg:
Es würde den Rahmen dieser Ausarbeitung sprengen, die Entwicklung und den Verlauf des Koreakrieges mehr als nur kursorisch wieder zu geben. 

Ausbruch der Kampfhandlungen - Vordringen Nordkoreas:
Der Koreakrieg brach am Morgen des 25. Juni 1950 aus, als das mit der Sowjetunion verbündete Nordkorea die Demarkationslinie am 38. Breitengrad überschritt und in Südkorea einmarschierte.
Die USA engagierte sich auch sofort im Sinne einer Lösung des Konfliktes. Schon am 27. Juni 1950 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, die von den USA eingebracht worden war. Die Resolution, die der Sicherheitsrat ohne Beteiligung der Sowjetunion verabschiedet hatte, beinhaltete militärische Sanktionen in Form von UN-Streitkräften gegen Nordkorea, wobei die USA weitaus am meisten Truppen bereitstellten. Der Oberbefehl über die UN-Streitkräfte wurde dem amerikanischen General Mac Arthur übertragen. Das Eingreifen der USA und 18 weiterer UN-Mitgliedstaaten stellte sogleich auch den ersten militärischen Einsatz gegen einen Aggressor der UN dar.
Nordkorea konnte jedoch trotz UN-Truppenpräsenz fast ganz Südkorea einnehmen. Bis zum September 1950 befand sich lediglich noch die Stadt Pusan mit einem großzügigen Umfeld noch nicht unter nordkoreanischer Herrschaft.

Gegenangriff:
Unter dem Befehl von General Mac Arthur gelang in der Folge eine Landung im Rücken des Gegners und die nordkoreanischen Truppen konnten innerhalb weniger Monate über den 38. Breitengrad zurückgeschlagen werden. Die UN-Truppen erreichten sogar den nordkoreanisch-chinesischen Grenzfluss Yalu, was wiederum zum Eingreifen Chinas führte. Nordkorea wurde nun von chinesischen Freiwilligenverbänden unterstützt. 

Eingreifen chinesischer "Freiwilligenverbände":
Chinas traditionelle Ziele bezüglich seiner Politik auf der koreanischen Halbinsel - dem eigenen "Vorgarten" - war und ist die weitest mögliche Ausschaltung fremder Mächte und deren Einflüsse. War dieses Bestreben in der Geschichte im wesentlichen gegen Japan gerichtet, so kam Mitte des letzten Jahrhundert auch die Abwehr Russlands (der Sowjetunion) und der USA als "aktive neue Interessenten" hinzu.
Die Intervention Chinas in Korea war vor allem aus Gründen der eigenen Sicherheit verursacht. Mao tse tung fasste die Gründe für diese Entscheidung in einem Telegramm an Tschou en lai (13. Okt. 1950) wie folgt zusammen: Sollte China nicht die Initiative ergreifen, würden die US-Streitkräfte China entlang des Yalu-Flusses bedrohen - Chinas nordöstliche Verteidigung würde gegen einen US-Angriff offen sein und die Elektrizitätsversorgung der Mandschurei (von nordkoreanischen Stromerzeugungen gespeist) wäre in feindlichen Händen. Chinas Führung befürchtete eine Blockade von Korea bis Vietnam, und so sollten den US-Streitkräften so früh wie möglich entsprechende Grenzen aufgezeigt werden - was in Korea leichter erschien als in der Meerenge vor Taiwan oder in Vietnam. Dieser Einsatz chinesischer Truppen wurde allerdings (entgegen vieler Meinungen im Westen) nicht von der UdSSR unterstützt. China musste z.B. sämtliche Waffenlieferungen teuer bezahlen.
Das wichtigste Kriegsziel Chinas war, die amerikanischen Streitkräfte möglichst weit vom Yalu-Fluss entfernt zu halten. Um dies zu erreichen, musste China zumindest eine Pufferzone vor dem Fluß errichten - besser wäre es für die Chinesen allerdings gewesen, die US-Streitkräfte völlig aus Nordkorea oder gar der gesamten Halbinsel zu vertreiben und somit das Regime Nordkoreas zu stützen. Die gerade ein Jahr bestehende Volksrepublik hatte aber - so die offiziellen Aussagen von Regierungsvertretern - kein Interesse, den Krieg unnötig zu verlängern.
Vorab wurde aber versucht, die USA und die UN vor einer Invasion Nordkoreas zu warnen. Am 2. Oktober 1950 wurde über die Indische Botschaft die Warnung übermittelt, China würde intervenieren, falls die US-Truppen der 38. Breitengrad überschreiten würden. Diese Warnung wurde von den USA unter Präsident Truman allerdings ignoriert.
Es kam bis zum Eingreifen Chinas zu einem Hin und Her der Fronten, bis sich ab dem 22. April 1951 die Front etwas nördlich des 38. Breitengrades stabilisierte. 

Der Krieg schien immer mehr in einem Stellungskrieg zu erstarren und so schlug die Sowjetunion offiziell die Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen vor. Am 10. Juli 1951 begannen die Verhandlungen, die sich mit Unterbrechungen über zwei Jahre hinzogen, in Kaesong in Nordkorea. Unter anderem beschloss man, Friedensgespräche auf höchster Ebene aufzunehmen, welche bis in den April 1954 verschoben wurden und schliesslich scheiterten. Das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea wurde im Juli 1953 in Panmunjom geschlossen. Die Grenze entlang des 38. Breitengrads wurde weitgehend bestätigt und eine vier Kilometer breite, entmilitarisierte Zone eingerichtet. Zur Überwachung des Austausches der Gefangenen wurde zudem eine neutrale "Repatriierungskommission" eingesetzt.

Kriegsergebnis: ein verwüstetes Land und die letzte "heisse Grenze des Kalten Krieges":
Der Krieg hinterliess zwei völlig zerstörte Staaten und hatte riesige Verluste auf der Seite der Koreaner gefordert. Dies aufgrund der von General Mac Arthur angewandten Taktik der massiven Bombardierung.

Das Ergebnis jedenfalls ist, dass Korea - auch noch Jahrzehnte nach dem Ende des kalten Krieges - ein geteiltes Land ist, und sich an der Waffenstillstandslinie zwei schwer bewaffnete Geschwisterstaaten mit größtem gegenseitigen Misstrauen gegenüberstehen. Diese Teilung Koreas spiegelt die lange, leidvolle Geschichte des Landes zwischen den beiden rivalisierenden Mächten Japan und China wieder.





Letztes Update ( Samstag, 01 März 2008 )
 
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