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Kulturen im Konflikt
Ostasiatische Kulturen
China Volksrepublik | China Volksrepublik - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||
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Weitere Informationen Interne Links Externe Links Blitzlichter Wie China Daily im März 2008 mitteilte, sollen die südchinesischen Provinz Guangdong, Hong Kong und Macao zu einer gemeinsamen Wirtschaftszone zusammen geführt werden, "die es mit New York, Tokio und anderen großen Metropolen aufnehmen kann". Dieses Ziel ist ehrgeizig - aber logisch. Noch zur Zeit Maos war ganz China und auch die südchinesische Provinz Guangdong praktisch völlig von der Wirtschaftsentwicklung abgeschlossen. Lediglich bei Hongkong öffnete sich ein kleiner Spalt im "Bambusvorhang", so dass sich die britische Kronkolonie zum Umschlagplatz zwischen China und der Welt entwickelte. Mit der Gründung von "Sonderwirtschaftsonen" - zunächst in Shenzhen direkt an der Grenze zu Hongkong - wurde nach Maos Tod eine Übergangsregion geschaffen, die es China erlaubte, in unmittelbarer Nachbarschaft zur kapitalistischen Enklave aufzuholen. Diese Förderung und zugleich die Verlagerung von arbeitsintensiven Produktionen aus Hongkong in das nun offene Hinterland ermöglichte der ganzen Provinz Guangdong, den beängstigenden Rückstand zu beseitigen. In der Folge entstand im Städtedreieck Honkong - Kanton (Guangdong) - Macao eine hoch entwickelte arbeitsteilige Wirtschaftsregion. Die Verzahnung zwischen diesen so eng benachbarten Städten wurde mit wachsender Entwicklung des chinesischen Festlands immer intensiver. Bei einem bestimmten Stand der Integration dieser Wirtschaftszone erweisen sich Verwaltungsgrenzen und unterschiedliche administrative Regelungen als Hindernisse für eine weitere Entwicklung. Es liegt daher nahe, diese Hürden zu beseitigen und die Integration voranzutreiben. Ganz nebenbei wird damit auch die Eigenständigkeit Hongkongs, die der Zentralregierung Pekings immer etwas suspekt war, weiter beschnitten, da "Guangdong größeren Einfluss auf die Verwaltung der Finanzen und Sozialkassen erhalten" würde. Im Folgenden soll auf die Eigenheiten der so unterschiedlich gestarteten Zentren der Wirtschaftszone eingegangen werden. Macao - vom verschlafenen Nest zum Zockerparadies: Das Gegenteil ist der Fall: Hongkong liefert sich zwar mit Singapur und Shanghai einen harten Wettbewerb, insbesondere als Drehscheibe für den Warenumschlag und Finanzzentrum, aber in diesem Wettbewerb wächst Hongkongs Bedeutung zusehens. So ist der Containerumschlag von 14 Mio TEU (1997) innerhalb von 10 Jahren auf inzwischen über 23 Mio. TEU (2007) angestiegen. Der Hafen von Hongkong ist damit der zweitgrößte Containerumschlagplatz weltweit - nur noch von Singapur übertroffen, dass eine ähnlich steile Entwicklung verbuchen kann. Die Betreiber der fünf Terminals in Hongkong stehen in starkem Wettbewerb untereinander - und überbieten sich in Effizienz. Die Stadt kann vor allem durch ihr Hinterland punkten. Sie ist nach wie vor der Zugang zur Volksrepublik - als der den Seewegen nach Afrika und Europa nächstgelegene Hafen - und zugleich als Ausfalltor und wichtige Finanzzentrale für die chinesischen Firmen. Etwa die Hälfte der Börsenwerte, die an Hongkongs wachsender Börse gehandelt werden, entfällt bereits 10 Jahre nach der Wiedervereinigung auf chinesische Firmen. Hongkong und Shanghai überbieten sich in immer neuen Börsengängen der ehemaligen Staatskonzerne. Hongkong profitiert dabei von der Devise "Ein Land - Zwei Systeme", die Deng als Motto auch für die Wiedervereinigung mit Taiwan ausgegeben hat. Mit Ausnahme der Aussen- und Verteidigungspolitik ist die Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China (chin. 中华人民共和国香港特别行政区/中華人民共和國香港特別行政區) faktisch eigenständig. Hongkong hat eine eigene Währung und eine absolut freie, liberale Wirtschaftsordnung. Hongkong hat nur ein Problem: seine derzeit (31.12.2007) rund 7 Mio. Einwohner reichen nicht aus, das Wachstum zu meistern. Hongkong soll daher auf 10 Mio. Einwohner wachsen, vor allem Banker und Fondsmanager sind gesucht. Aber auch da hat HK - wie die Stadt vieflach abgekürzt wird - eine gute Ausgangsbasis. Das gewaltige chinesische Reich im Hinterland bietet eine Vielzahl von jungen Talenten, die als Nachwuchskräfte nach einem Studium auf höchstem Niveau darauf drängen, ihr Können unter Beweis zu stellen. HK ist Traumziel für viele - und HK kann sich so die besten Bewerber aus China aussuchen. Einziger "Wermutstropfen" für die Hongkonger ist die politische Führung. Hongkong hat bisher nur eingeschränkte demokratische Rechte aufgebaut - was allerdings zu Zeiten der Kronkolonie ebenfalls der Fall war und kaum jemand gestört hat. Investitionen im Perlflussdelta / Provinz Guangdong: Von 1979 bis 2000 wurden aus Hongkong über 190 Milliarden Dollar in China investiert. Um die Jahrhundertwende betrieben Hongkonger Firmen rund 400.000 Fertigungsbetriebe mit 5 Millionen Arbeitnehmern in China, vor allem in der Provinz Guangdong, wobei vor allem Großkonzerne entsprechende Niederlassungen in China errichtet haben. Externer Link: Die Provinz Guangdong produziert rund 10 % des jährlichen Wirtschaftswachstums Chinas und entwickelt sich zunehmend auch zu einem Zentrum der chemischen Industrie. Aus dem verschlafenen Fischer- und Bauerndorf Shenzhen unmittelbar an der Grenze zu Hongkong wurde eine boomende und vibrierende Industriestadt, die sich inzwischen mit Hongkong vergleichen kann. Die Arbeitsmöglichkeiten lockten unzählige junge Arbeitskräfte aus dem Hinterland des Perlflusses an. Guangdong konnte im Jahr 2006 ein BIP von über 2,59 Billionen Yuan (250 Milliarden Euro) ausweisen, das höchste des chinesischen Festlandes. Alleine im ersten Halbjahr 2007 wurden rund 10 Mio. t. Öl und knapp 60 Mio. t. Steinkohle verbraucht, um den Energiehunger der wachsenden Industrien zu stillen. Guangdong soll deshalb mehrere Atomkraftwerke erhalten, über Pipelines an das nationale Öl- und Gasversorgungsnetz angeschlossen werden - und ist zugleich Standort der bislang (Stand 2007) größten Joint-Venture Investitionen im petrochemischen Bereich. Solche Investitionen bieten sich an, weil Guangdong zugleich die den reichen Ölstaaten des Nahen- und Mittleren Osten am Nächsten liegende Festlandsprovinz Chinas ist. Inzwischen sind hier die "Grenzen des Wachstums" erreicht. Trotz hunderttausender Arbeiter, die aus den Inlandsprovinzen nach Guangdong strömen, herrscht enormer Arbeitskräftemangel, auch und insbesondere an qualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren. Rund zwei Millionen Arbeiter fehlen inzwischen - so der SPIEGEL vom 10. Mai 2008 - allein im Perlflussdelate. Dies führt zu zwei Entwicklungen: einmal werden die Löhne erhöht, um auf dem knappen Markt die benötigten Arbeitskräfte zu finden. Lohnsteigerungen von jährlich mindestens 10 % sind inzwischen üblich - bei einer Inflationsrate von 8 % aber auch notwendig, um am steigenden BSP zu partiziperen. Damit wird das Lohnniveau für die "Billigfabriken" aber unerschwinglich. Alleine von etwa 5000 bis 6000 Schuhfabriken in der Provinz haben im Jahr 2007 etwa 1000 mittelgroße oder große Fabriken den Betrieb eingestellt. Diese arbeitskräfteintensiven "Billigfabriken" verlagern ihre Betriebe entweder in Nachbarländer - wie Vietnam - oder in das Landesinnere, etwa zur angrenzenden Provinz Jiangxi und nach Nordchina, wo noch genug Arbeitskräfte vorhanden sind - in die künftigen Boomregionen. Der Stein, den Deng Xiao Ping mit der Gründung von Sonderwirtschaftszonen in's Wasser geworfen hat, wirft kreisförmige Wellen, die sich um diese Sonderwirtschaftszonen ausbreiten und zunehmend auch das Hinterland erfassen. An die Stelle der arbeitskraftintensiven Billigindustrien treten dagegen höherpreisige Fabrikationen, die auch mit weniger - dafür aber besser bezahlten - Facharbeitern noch konurrenzfähig sind. |
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| Letztes Update ( Sonntag, 05 Oktober 2008 ) | ||