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Kulturen im Konflikt
Ostasiatische Kulturen
China Volksrepublik | China Volksrepublik - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||
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Die technologische Entwicklung Chinas macht ungeahnte Fortschritte. In den siebziger Jahren haben statistische Handbücher noch voller Stolz die Zahlen der Handkarren aufgezählt, die der Landwirtschaft zugeführt werden konnten. Heute beginnt China, sich als Produktionsstandort auch in den Spitzentechnologien zu etablieren. Dass das nicht ohne Hilfe führender Industrienationen - und vor allem von Weltfirmen - geschehen konnte, ist logisch. Die Firmen haben mehr oder weniger bereitwillig ihren Teil einer Absprache erfüllt, die auf einen einfachen Nenner zu bringen ist: gegen Technologietransfer wird der gigantische chinesische Markt für diese Hersteller geöffnet. Ohne Technologietransfer bleibt der Markt dagegen geschlossen - bzw. er wird für die Konkurrenz geöffnet. Diese Entwicklung ist aus chinesischer Sicht durchaus sinnvoll. China muss Millionen von Arbeitsplätzen schaffen. Dies gelingt nur mit der Übernahme von Produktionsaufträgen - China wird zur "Werkbank Asiens". In den Firmen haben die Beschäftigten aber auch Teil am Gewinn, sie erhalten einen Lohn, der mit steigendem Einkommen zur Bildung einer immer größeren und immer kaufkräftigeren Mittelschicht führt. Auf diese Kaufkraft können die Firmen bauen, die Produktionsanlagen in China errichten. Typisches Beispiel für die Kaufkraft eines Landes ist der Automobilmarkt. Sowohl die Zahl der Luxuslimousinen, als auch die der "normalen Kraftwagen", die in einem Land verkauft werden, zeigt, wie wohlhabend die verschiedenen Gesellschaftsklassen des Landes sind. Chinas Automobilmarkt: Audi - das 1988 Lizenzen für den Audi 100 an Chinas ältesten Autobauer FAW vergab und im September 1999 mit der Montage des A 6 in Changchun im Norden Chinas startete und im Jahre 2002 bereits 36.500 Fahrzeuge in China veräußerte - begann im April 2003 mit der Fertigung des A 4 und will auch hier eine Produktionskapazität von 30.000 Fahrzeugen im Jahr erreichen. Bei enormen Wachstumsraten im Absatz (2007: 25 %) und beabsichtigten Verkaufszahlen von bis zu 200.000 Fahrzeugen sind die Fertigungslinien in Changchun aber mehr als ausgelastet. Zusätzlich zu dem Joint-Venture mit dem chinesischen Autohersteller "First Automotive Works" (FAW) errichtet Audi in Changchun daher inzwischen ein eigenes komplettes Werk, in dem ab August 2009 der auf dem Fahrgestell des A 4 basierende, neue Geländewagen Q5 vom Band rollen soll. Weitere Fertigungslinien für die "Absatzrenner" im chinesischen Markt wie den A 6 L sowie den Geländewagen Q 7 könnten folgen. Fiat betreibt in Nanjing - in der Nähe des VW-Standortes - ebenfalls eine Montagelinie für jährlich 60.000 Fahrzeuge. Wie Ende April 2008 bekannt wurde, wird Audi diese Anlage wohl übernehmen - dann als siebtes Werk des VW-Konzernes in China. General Motos - der zweitgrößte Hersteller auf dem chinesischen Markt, will ebenfalls im Jahr 2008 die "Millionenmarke knacken". Auch BMW wollte da nicht nachstehen, wie die Financial Times am 14. März 2003 meldete: "BMW wird künftig auch in China produzieren. Der Staatsrat der VR habe das geplante Gemeinschaftsunternehmen von BMW mit dem chinesischen Hersteller Brilliance China Automotive genehmigt. ... BMW und Brilliance wollen im zweiten Halbjahr 2003 in Shenyang in der nordostchinesischen Provinz mit der Produktion beginnen. ... Zunächst soll in Shenyang der 3er-BMW produziert werden, vom kommenden Jahr an auch die neue 5er-Reihe, .... Beide Unternehmen .... wollen in den Aufbau der Produktion bis 2005 insgesamt 450 Mio. Euro investieren. BMW plant mittelfristig eine Produktion von 30.000 Fahrzeugen der 3er- und 5-er Reihe..." (BMW startet Produktion in China - (www.ftd.de)). Das Werk begann auch zeitgerecht zu produzieren, und konnte alleine von Januar bis Oktober 2006 28.000 Einheiten verkaufen - und im Jahre 2007 die Kapazitätsgrenze von 30.000 Fahrzeugen erreichen. Auch wenn durch geänderte Arbeitszeitmodelle und andere Maßnahmen die Jahreskapazität des Werks auf 40.000 Einheiten erhöht werden kann - spätestens ab dem Jahr 2010 wird BMW ein neues Werk in Betrieb nehmen müssen, um das Modellangebot und die Anzahl der abgesetzten Fahrzeuge zu erhöhen. Mit der Übernahme von Nanjing Automobile Corp. (NAC) durch den größeren Rivalen Shanghai Automotive Industry Corp. (SAIC) zum Jahreswechsel 2007/2008 entstand nicht nur der größte chineische Autokonzern, der zudem aus dem Technologietransfer von Fiat und IVECO (NAC) bzw. General Motors und VW (SAIC) profitiert, und zusätzlich über das gemeinsam von Rover übernommene know-how auch gute Chancen auf dem Exportmarkt hat. Der Fahrzeugboom hat weitere Auswirkungen - in China wird mit Hochdruck ein immer gigantischeres Netz von Stadt- und Überlandautobahnen aus dem Boden gestampft. Lokomotiven und Hochgeschwindigkeitsbahnen: Inzwischen zeigt das Bemühen um Zugang zur Spitzentechnologie Erfolge. Siemens liefert Züge für die Hochgeschwindigkeitsbahn Peking - Tianjin, und lässt weitere Garnituren in chinesischer Lizenz im Lande produzieren. China selbst hat die Produktion eines eigenen Hochgeschwindigkeitszuges bekannt gegeben. Kompetenzen im Flugzeugbau: Beide Staatskonzerne haben Joint-Venture Verträge mit westlichen Herstellern abgeschlossen und liefern Flugzeugteile für Boeing und Airbus. AVIC I hat mit dieser "Starthilfe" im Jahre 2007 den Mittelstreckenjet ARJ 21-700 für 70 Passagiere und eine Reichweite von rund 2000 km entwickelt. Eine Langstreckenversion (ARJ 21-900) soll sogar Platz für 100 Passagiere bieten. Der rasant steigende innerchinesische Flugverkehr - bis 2020 wird ein Bedarf von bis zu 1000 Passagierflugzeugen prognostiziert - soll u.a. mit diesen chinesischen Produktionen gedeckt werden. Zum Jahresende 2007 waren bereits über 170 Maschinen bestellt. AVIC II verfügt in Harbin über ein Gemeinschaftsunternehmen mit der brasilianischen Konkurrenz. Embraer möche mit diesem Joint Venture ebenfalls ein Stück vom chinesischen Regionalmarkt für sich erobern. Chinas Investoren haben beim insolventen Flugzeughersteller Fairchild Dornier auch neueste Technik für Mittelstrecken-Verkehrsflugzeuge erworben, obwohl neben einer eigenen Entwicklung eines eigenen Mittelstreckenflugzeuges auch ein Kooperationsabkommen mit Brasiliens Embraer besteht. Inzwischen (Stand Januar 2008) gibt es Gerüchte, wonach die zivilen Flugzeugsparten der beiden Flugzeughersteller (wieder - wie vor 1990) zusammen geschlossen werden sollen. Damit würde ein Konzern entstehen, der Herstellern wie Airbus (Europa), Boeing (USA), Embraer (Brasilien) oder der OAK-Holding (Russland, Zusammenschluss von Irkut, Mig, Suchoi, Iljuschin und Tupulew) ebenbürtig sein könnte. Und das sind nur Beispiele - von Windkraftwerken und der Magnetschwebebahn (MAGLEV) in Shanghai bis hin zur Akademie für Bierbrauerei, die der Münchner Arim Winkler in Wuhan aufgebaut hat - China scheint für alle technischen Entwicklungen des Westens einen fruchtbaren Boden zu haben. |
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| Letztes Update ( Freitag, 11 Juli 2008 ) | ||