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Kulturen im Konflikt
Islamische Kulturen
Turkstaaten - Turkmenistan | Turkstaaten - Turkmenistan - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | |||||||
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Wirtschaftliche Lage: Natürliche Ressourcen: Das Land verfügt zudem über die fünftgrößten Erdgasreserven der Welt und ist über Gaslieferungen an Russland indirekt auch an der Versorgung Westeuropas beteiligt. Westeuropa, aber auch Russland, China, die USA und sogar der Iran buhlen um diese Vorräte. Im Jahre 2006 förderte Turkmenistan über 62 Mrd. cbm Erdgas, die gesicherten Reserven werden mit 2,86 Billionen cbm (Stand 2007) angegeben, weitere 7,5 Billionen cbm werden noch im turkmenischem Sand vermutet. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich die energiehungrigen Staaten der Welt um diese Schätze bemühen. Derzeit führt der Hauptweg für Gasexporte über die noch aus der Sowjetzeit stammenden Pipelines nach Russland. Eine weitere Pipeline ist im Mai 2007 zwischen Kasachstan, Russland und Turkmenistan vereinbart worden - und eine neue Pipeline soll über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan führen, um von dort aus turkmenisches Gas in den Westen zu exportieren. Die CNPC - Chinas Nationale Petroleum Corparation - hat nicht nur einen Liefervertrag mit Turkmenistan abgeschlossen sondern will ab 2009 an auch eine neu fertig gestellte Pipeline nutzen, die den Weg über Russland vermeidet. Diese Expansion weckt Befürchtungen, ob der Staat überhaupt in der Lage ist, die vereinbaten Liefermengen zu erfüllen. Bei einem Eigenbedarf von knapp 20 Mrd. cbm und einer Fördermenge von 62 Mrd. cbm (2006) blieben etwas über 42 Mrd. cbm für den Verkauf - aber entsprechende Lieferverträge über 14 Mrd. cbm an den Iran (2007), Russland (50 Mrd. cbm ab 2007 für 3 Jahre) und 30 Mrd. cbm (an China ab 2009 für 30 Jahre) übersteigen diesen Rest. Um die bestehenden Lieferverpflichtungen zu erfüllen muss Turkmenistand ab 2007 jährlich mindestens 80 Mrd. cbm Gas fördern. Diese Zahl ist tatsächlich erreicht worden. 80 Mrd. cbm Gas wurden gefördert - 50 bis 55 Mrd. cbm nahm Russland ab, 8 Mrd. gingen in den Iran und der Rest wurde selbst verbraucht. Mit 130 $ je 1000 cbm (Stand März 2008) kann Turkmenistan - das weltweit die fünftgrößten Gasreserven besitzt - immer mehr Geld einehmen. Turkmenistan bekräftigte dazu im November 2007 seine Absicht, beim Bau der Kaspi-Gaspipeline nach Russland mitzuwirken. Außerdem bestätigte Präsident Berdymuchamedow den Wunsch, die Pumpleistung der bereits existierenden Rohrleitung „Mittelasien-Zentrum“ von gegenwärtig 50 Milliarden Kubikmeter (Stand 2007) auf 70 Milliarden Kubikmeter im Jahr aufzustocken. Bis zum Jahr 2028 soll die Liefermenge nach Russland insgesamt sogar auf 90 Milliarden Kubikmeter in Jahr steigen. Russland strebt faktisch ein Exportmonopol für das turkmenische Gas an. Nach der Sowjet-Zeit wurde Russland größter Außenhandelspartner des Landes, was sicher auch den in der UdSSR geknüpften Wirtschaftsverbindungen und Abhängigkeiten entspringt. Angesichts seiner großen Öl- und Gasvorräte erhoffte sich Turkmenistan nach der Unabhängigkeit schnellen Reichtum durch Verkauf zu Weltmarktpreisen. Dazu fehlt es aber an Pipelineverbindungen. Auf absehbare Zeit haben daher Russland und andere Nachfolgestaaten der UdSSR das Abnahmemonopol und Turkmenistan keine andere Wahl, als die Rohstoffe deutlich unter Weltmarktpreis an Abnehmer wie die russische Gazprom abzugeben. Zugleich aber wird versucht, sich aus der Abhängigkeit von Russland zu lösen und über den Iran eine weitere Absatzquelle für turkmenisches Gas zu gewinnen - sowie den Pipelinebau nach China sowie über das kaspische Meer nach Aserbaidschan (mit Anschluss an die "Nabucco-Pipeline" über die Türkei nach Westeuropa) voran zu bringen. Zehn Milliarden Kubikmeter Gas will Turkmenistan ab 2013 jährlich für die Leitung bereitstellen. Allerdings erschwert die unklare Grenzregelung auf dem öl- und gasreichen Binnenmeer die Errchtung der Gaspipeline, die für die Verbindung nach Aserbaidschan erforderlich ist. Deshalb wird jetzt über den Einsatz von Gastankern nachgedacht, die das Gas komprimiert über das Kaspische Meer nach Aserbaidschan bringen sollen. Eine weitere Pipeline soll Öl und Gas durch Afghanistan nach Indien leiten. Wirtschaftliche Probleme: Turkmenistan hat – wie alle Nachfolgestaaten der UdSSR – mit mehreren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen:
So sank das Sozialprodukt seit 1991 um 40-50% - und das bei einer vierstelligen Inflationsrate. Nach dem Tod des despotischen Turkmenbaschi versucht sein Nachfolger, der ehemalige Zahnarzt Berdymuchammedow die gröbsten innen- und außenpoliitschen Fehlentwicklungen des Landes zu korrigieren. Denoch ist die Regierung nach wie vor autoritär, und die Verwaltung ineffizient und korrupt. Gibt es für die Turkmenen „Licht am Horizont“? Vor allem die Türkei und Iran liefern sich ein „wirtschaftliches Wettrennen“ um Einfluss in diesem potentiellen Fördergebiet am Kaspischen Meer. Die Türken betreiben einige Joint-Ventures wie Hotels und Vorzeige-Textil-Kombinate, die äußerlich – wie in Tedschen - recht modern wirken, aber nach Vorwürfen der Turkmenen noch mit altertümlichen, ausgemusterten Maschinen aus anatolischen Fabriken bestückt sein sollen, für die man in der Türkei selbst keine Verwendung mehr gehabt habe. Im Gegenzug werfen die Türken der Turkmenischen Brüdern vor, das fremde Kapital nicht sehr gut zu schützen sondern mit willkürlichen Enteignungen eher noch der alten Räubermentalität der turkmenischen Stämme nachzuhängen. Eigentum an Immobilien könne nicht erworben werden, es fehle an Rechtssicherheit und bindender Gesetzgebung.
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| Letztes Update ( Montag, 28 Juli 2008 ) | |||||||