|
|
Kulturen im Konflikt
Islamische Kulturen
Ölemirate - Vereinigte Arabische Emirate (VAE) | Ölemirate - Vereinigte Arabische Emirate (VAE) - Einführung |
|
| Geschrieben von Erich Sczepanski | |||||||||
Seite 5 von 6
Weitere Informationen Interne Links Externe Links MASKAT: Auch das Scheichtum Schardscha (Sharja) - direkter Nachbar der omanischen Enklave an der Straße von Hormuz - und drittgrößter Staat der VAR hat sich der Aussenwelt geöffnet. Hier hat Allah etwas weniger von seienr Ölgabe bereitgestellt, und Emir Al-Quasimi hat zu allem Überfluss 1985 ein Alkoholverbot erlassen - was den Tourismus nicht unbedingt gefödert hat. Auch aufgrund seiner Kleideretikette (besuchen Sie das Emirat nicht "bauchfrei") gilt Schardscha gemeinhin als konservativ. Die Hauptstadt Sharja - im 19. Jahrhundert durch Perlenvorkommen und Salzgewinnung eine der reichsten Handelsstädte der Emirate - musste also andere Wege finden, um in der Karwane des Fortschritts nicht abgehängt zu werden. Schardscha schuf schon vor gut hundert Jahren die ersten Schulen der Region, erlaubte die erste Zeitung.... Auf dieser Tradition aufbauend hat Emir Mohammed Al-Quasimi vor allem Kunst und Kultur zu seinem Herzensanliegen gemacht. Mit neuen Hochschulen (wie der im gesamten Nahen Osten geschätzten American University) und Museumsgründungen, einer anerkannten Kunstbiennale für Gegenwartskunst und der Restauration der alten Suks wurde Sharja zum kulturell-geistigen Mittelpunkt der Emirate - und hat auch wegen seiner gepflegten heimischen Architektur von der UNESCO die Anerkennung als "arabische Kulturhauptstadt" erhalten (1998). Der drittgrößte Teilstaat der Region besitzt mehr Museen als Abu Dhabi und Dubai zusammen. Der Emir (Bachelor in Agrarwissenschaft und zwei Promotionen in Philosophie und Politischer Geographie in Großbritannien, Ehrendoktor der Universität Tübingen) gilt inzwischen als einer der liberalsten Staatenlenker am Golf. Er trage - so das zuständige Tübinger Institut - "wie kein anderer Herrscher der arabischen Welt zum Dialog der Kulturen bei." Emir Al-Quasimi sponsert islamische Gemeinden in Deutschland, die sich ausdrücklich einem "offenen, modernen Islam" verschreiben. Derzeit gibt es Überlegungen, in München eine Akademie zur Ausbildung von Imamen in deutscher Sprache zu gründen, die Muslimen aus allen Ethnien offen stehen und den "Reformgedanken eines in Europa angekommenen Islam" vertreten soll. Im Emirat werden kommunaler Ebene Wahlen gefördert, und Frauen können in die obersten politischen Führungspositionen aufsteigen. So ist derzeit (2007) der Posten des Wirtschaftsministers von einer Frau besetzt - und dass diese Frau die Nichte des Emirs ist, nimmt dem Emirat nichts von seinem wirtschaftlichen Erfolg. |
|||||||||
| Letztes Update ( Samstag, 18 Oktober 2008 ) | |||||||||