Home arrow Kulturen im Konflikt arrow Islamische Kulturen und Israel arrow Niltal - Ägypten

Defense News - Meldungen aus aller Welt - Neu bei GlobalDefence.net
Niltal - Ägypten - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Wirtschaft und Gesellschaft
Aussenpolitik Ägyptens - Rüstungsindustrie
Wissenschaft und Religion
Exkurs: Sunnitischer Islam
Exkurs: Kopten

Ägypten Egypt

Informationen auf weiteren Seiten:

Die wichtigsten Informationen im Überblick:
Regierungsform (Government Type): Präsidialrepublik (Presidential Republic)

Karte Ägypten

Hauptstadt: Al-Qahirah (Kairo / Cairo) 
Einwohner (Population): 67,559 Mio. (80,3 Mio. = 2007)
Fläche (qkm) (Area sq.km): 1.002.000
Wehretat (Defence Budget): 2,7 Mrd. US-$ (2003) plus Militärhilfe 1,3 Mrd. US-$
BSP/Einwohner (GNP/Capita): 1.390 US-$

zum Vergrößern anklicken (jpg-Datei, 260 kB)

Daten außer Wehretat dem Fischer Weltalmanach 2005 entnommen, soweit nicht anders vermerkt


Demographie (Demography) Anzahl Anteil Gesamtbevölkerung
Ethnische Gruppen (Ethnic groups)    
Araber (Arabs) 72.127.200 98,4%
Griechen, Italiener, Armenier (Greeks, Italians, Armenians) 733.000 1,0%
Nubier (Nubians) 73.300 0,1%
Andere (Others) 366.500 0,5%
Religiöse Gruppen (Religious groups)    
Sunniten (Sunni Muslims) 68.902.000 94,0%
Kopten, andere Christen (Copts, other Christians) 4.398.000 6,0%


BIP pro Kopf. 4.200 $ (2007, kaufkraftbereinigt, Quelle: WiWo 22.10.2007)

Wirtschaftswachstum:  seit Jahren in der Größe von ca. 7 % jährlich 

Das bevölkerungsreichste Land (Schätzungen für das Jahr 2004 liegen schon bei 73 Millionen) in Nordafrika und unter den arabischen Ländern nimmt eine Sonderstellung ein. Die ägyptische Hauptstadt Kairo ist zugleich Sitz der Arabischen Liga (arabisch: جامعة الدول العربية  dschāmiʿat ad-duwal al-ʿarabiyya, DMG ǧāmiʿat al-duwal al-ʿarabiyya, „Liga der arabischen Staaten“), der al-Azhar Moschee und der 988 in Kairo gegründeten, gleichnamigen Universität, die zu den wichtigsten Zentren der islamisch-sunnitischen Welt zählen.
Ägypten gilt als die Hochburg der sunnitischen Theologie in der islamischen Welt. Die Hauptstadt mit ca. 16 Mio. Einwohnern zählt zu den größten Städten der Welt. 

Geschichte:
Ägyptens Pyramiden beweisen es - das Niltal gehört zu  den ältesten Kulturlandschaften der Erde. Schon früh haben die jährlich wechselnden Überflutungen ein ausgefeiltes Kalender-, Priester- und Staatssytem hervorgebracht, das erst mit den Ptolmäern und letztendlich den Römern zum Bestandteil einer gemeinsamen mediterannen Kultur rund ums Mittelmeer wurde. Die Überlieferung der Juden, die über das "Alte Testament" auch Eingang in die christliche und muslimische Tradition gefunden hat, setzt sich immer wieder mit den benachbarten Ägyptern auseinander.

Auch die Christianisierung ging an dem Gebiet, in dem der Überlieferung das neugeborene Kind mit seiner Mutter Maria von Josef in Sicherheit gebracht wurde, nicht vorbei. Alexandria gehörte zu den wichtigsten Wirkungsstätten der Apostel und ist Sitz eines Patriarchen, der sich als koptischer Papst und Kirchenoberhaupt auf gleicher Ebene wie der orthodoxe Patriarch in Istanbul oder der katholische Papst in Rom befindet. Von Ägypten aus erfolgte die erste Christianisierung Afrikas, die bis nach Äthiopien vordrang und dort heute noch lebendig ist.

Der Sturm der arabischen Beduinen überrollte sehr schnell die angrenzenden nordafrikanischen Gebiete - und Ägypten war das erste afrikanische Land, das zum Islam konvertierte. Dabei blieben die christlich - koptische Kirche und das koptische als urägyptische Umgangs- und Kirchensprache durchaus erhalten. Die islamischen Herrscher hatten kein Bedürfnis, Ägyptens Christen mit Gewalt zum Islam zu konvertieren. Dazu war der Schutzzoll, den Christen und Juden unter islamischer Herrschaft entrichteten, als Einnahmequelle viel zu wichtig. Der Islam verdrängte nur langsam die christlichen Gemeinschaften. 

Nachdem die Osmanen die arabischen Kalifen abgelöst hatten, befand sich auch Ägypten unter nomineller türkisch-osmanischer Herrschaft. Die Statthalter der Osmanen, die Mamelucken - ursprünglich Militärsklaven, die ab 1250 in Ägypten in drei Dynastien mit zeitlicher Unterbrechung herrschten, übten ihr Amt mehr oder weniger unabhängig und im ständigen Bestreben um mehr Eigenständigkeit aus.

Erst die Kolonialherschaft der Europäer beendete kurzzeitig das relative Eigenleben Ägyptens.  

Der Bau des Suezkanals (1859 - 1869) unter britischer Herrschaft diente ausschließlich europäischen Kolonial- und Wirtschaftsinteressen. Die Dominanz Englands endete erst 1956 mit der Verstaatlichung des Suezkanals. Bereits am 23. Juli 1952 hatte eine nationalistische Bewegung König Faruk zum Abdanken gezwungen. Am 18. Juni 1953 wurde Ägypten Republik, 1954 Gamal Abd el-Nasser Staatspräsident. 
Nasser vertrat vor allem die Idee des "Pan-Arabismus", der Einheit der arabischen Staaten. Für kurze Zeit erreichte Nasser sogar, Syrien und später auch den Jemen zur "Vereinigten Arabischen Republik" zu vereinen (1958 - 1961). Der Bund dieser "Frontstaaten" gegen Israel war zugleich arabischer Nationalisierungskern und antiisraelisches- und damit antiwestliches Bündnis.
Nasser orientierte sich außenpolitisch folgerichtig auf die sozialistischen Staaten und die Bewegung der Blockfreien. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes wollte Nasser mit dem Modell eines "arabischen Sozialismus" in den Griff bekommen. Die vernichtende Niederlage im Sechs-Tage-Krieg 1967 gegen Israel legte jedoch das Scheitern des "Nasserismus" offen, er führte in eine lähmende Identitätskrise der arabischen Welt. Erst der Jom-Kippur-Krieg, der mit einem Waffenstillstand ohne Sieger und Besiegte endete, aber den Mythos von der Unbesiegbarkeit Israels zerstörte, führte zu einem neuen Selbstbewußtsein. Auf dieser Grundlage konnte Nassers Nachfolger Sadat auch gegenüber Israel eine versöhnliche und ausgleichende Politik betreiben. Ein erstes Truppenentflechtungsabkommen mit Israel wird 1974 unterzeichnet, im November 1977 folgte Sadats Besuch in Jerusalem als Geste des Friedens. Höhepunkt dieser Politik war schließlich, nach Vermittlung durch US-Präsident Jimmy Carter, am 26. März 1979 in Washington der Friedensvertrag mit Israel.





Letztes Update ( Dienstag, 10 Juni 2008 )
 
firmenportraits.globaldefence.net
firmenportraits.globaldefence.net

GlobalDefence.net