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Afrika - Somalia - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Unabhängigkeit
Ein Staat zerfällt
Wirtschaft
Somalia


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Unabhängigkeit: 
Die Vereinigung von britisch- und italienisch Somalia führte am 1. Juli 1960 zur Unabhängigkeit des neuen Staates. Der Zusammenschluß der verschiedenen Zahlungs-, Steuer-, Bildungs- und Verwaltungssysteme führte in dem jungen Staat zu erheblichen Problemen. Somali wurde erst 1972 als eigene Schriftsprache eingeführt. Daher war Arabisch die einzige, nichtkoloniale Verwaltungssprache des jungen Landes. Nach der Unabhängigkeit wurde Somalia 1974 Mitglied der Arabischen Liga, der seit 1977 auch das benachbarte Dschibuti angehört. 

Nachkoloniale Entwicklung:
Die nachkoloniale Entwicklung war anfänglich geprägt von einer fein austarierten Beteiligung der verschiedenen Clans an der Regierung.

Im Hinblick auf die von allen angestrebte Wiedervereinigung mit den in der Kolonialzeit abgetrennten Gebieten versuchte die Regierung, die bei der Unabhängigkeitserklärung nur 5.000 Mann starke Armee mit Unterstützung des Westens zu vervierfachen. Da die Vereinigten Staaten von Amerika seinerzeit mit Äthiopien verbündet waren, wurde lediglich die  Polizei mit Unterstützung der USA aufgebaut - die UdSSR übernahm dagegen 1962 die Aufrüstung der somalischen Armee.  In den Folgejahren war Somalia immer wieder in Grenzkriege mit Kenia und Äthiopien verwickelt.

Die Wahlen von 1967 führten zur politischen Stagnation - und an den Parlamentswahlen von 1969 beteiligten sich 64 Parteien, die jeweils eine der 64 wichtigsten Sippen und Nebengruppen repräsentierten. Der Präsident wurde wenige Monate nach den Wahlen von einem Angehörigen eines rivalisierenden Familienzweiges ermordet, was zu erheblichen Wirren und am 21. Oktober 1969 zu einem gemeinsamen Putsch der Armee und Polizei unter Generalmajor Siad Barre führte.

1977 begann Somalia gegen Äthiopien einen Krieg um den Ogaden. Die Niederlage führte zu einer immer schärferen Diktatur Barres und zu einer zunehmenden Distanzierung der UdSSR. Gleichzeitig wurden die starken somalischen Clans - 1979 die Majeerteen, 1988 die Isaaq und 1989/1990 die Hawija brutal entmachtet und unterdrückt. Der Widerstand der Clans wurde immer deutlicher - und 1991 gelang es den (vor allem den Hawija angehörigen) Rebellen der United Somali Congress die Regierungstruppen aus Mogadischu zu vertreiben. Mit dem Sieg der vereinigten Rebellen begann aber auch wieder der Zerfall der gemeinsamen Aufstandsarmee in Sippen und Fraktionen. Der bekannteste dieser "Warlords" ist Mohammed Aidid, der Barre stürzte und die USA zu Beginn der Neunziger Jahre zum Rückzug aus der Operation "Restore Hope" (Blackhawk down) zwang.

Externer Link: Die somalische Anarchie (pdf) - Uni Duisburg-Essen

"Blackhawk down"
Der Sturz des Diktators Siad Bare 1991 führte zu den letzten großen Tragödien des ausgehenden Jahrhunderts. Als am 3. Oktober 1993 US-Kampfhubschrauber vom Typ "Blackhawk" mit Soldaten der Eliteeinheit "Delta force" nach Mogadischu einflogen war dies der Auftakt zu einem dreijährigen UNO-Einsatz (Unosom), der für die Amerikaner und die Vereinten Nationen zum Desaster wurde. "Blackhawk down" - die filmische Aufbereitung aus Hollywood - ist zum Synonym des Scheiterns einer Friedensmission geworden. 18 GI’s wurden von den Milizen des somalischen Warlords Aideed getötet und hinter Pickups durch die Straßen der Stadt geschleift. Als 1995 die letzten der insgesamt 28000 UNO-Soldaten das Land verließen bekämpften sich mehr als ein Dutzend Kriegsherren.







Letztes Update ( Dienstag, 26 August 2008 )
 
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