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Indien - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
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Waffensysteme der Marine


















Waffensysteme:
Die Inder gingen beim Ausbau der Marinekräfte auf eine methodisch sehr vernünftige und zielgerichtete Weise vor.
Zunächst wurden vor allem britische Schiffe gekauft, in Lizenz nachgebaut und darauf aufbauend eigene Entwürfe gefertigt. Als Großbritannien nach dem Kaschmir-Konflikt 1965 auf Distanz zu Indien ging, nahm die Sowjetunion diese Stelle ein.
Inzwischen ist Indien – neben China - auch im hochwertigen Kriegsschiffbau unabhängig und damit der zweite Staat Asiens, der nahezu die gesamte Palette des modernen Kriegsschiffbaus durch eigene Werften decken kann.

Indiens älteste Korvetten sind kleinere Schiffe der sowjetischen Petya-Klasse, auf diesen basierend bei Mazagon (Bombay, 2 geliefert) und Garden Reach (Kalkutta 4 geliefert, 1 bestellt) Korvetten der Khukri-Klasse gefertigt wurden.
Dazu kommen sieben Korvetten der koreanischen (Tacoma) Sukanya-Klasse, von denen bereits vier Schiffe bei Hindustan-Shipyard als Eigenbauten erstellt werden konnten.

Die ersten Fregatten, die in Indien gebaut wurden, waren Lizenzbauten der mit 30 kn. recht schnellen britischen Leander-Klasse, die speziell für die U-Boot-Abwehr und die Luftraumkontrolle konzipiert wurde. Zusätzlich erwarb Indien weitere ausgemusterte Fregatten dieses Typs, so 1995 die ehemalige Andromeda der britischen Navy.
Aus der Leander-Klasse entwickelte Indien die etwas breitere Nilgri-Klasse, von denen 6 Schiffe für die Marine gebaut wurden. Diese mit etwas breiterem Rumpf ausgestatteten Fregatten konnten U-Jagd-Hubschrauber des Typs Sea-King aufnehmen, was allerdings zu Lasten der Geschwindigkeit der Schiffe ging.
Der daraus entwickelte nächste Fregatten-Typ ist die indische Godavari-Klasse, die als „Blue-Water-Schiff“ für die Weiten des indischen Ozeans entwickelt und in Dienst gestellt wurde. Alle diese Fregatten waren bei Mazagon (Bombay) gefertigt worden, ein weiteres Los einer modifizierte Godavari-Klasse (Typ Brahmaputra) wird von M/s Garden Reach in Kalkutta gebaut.
Weitere Modelle befinden sich in der Planung.

Darüber hinaus konnte Indien Mitte April 2003 die erste von (insgesamt bis zu zehn) von der MAZAGON-DOCKYARD in Mumbai (Bombay) gefertigte STEALTH-Fregatte (Shivalik, Projekt 17 „new NILGRI –Klasse“) von Stapel laufen lassen. Der noch völlig ohne Decksaufbauten und Bewaffnung erstellte Schiffskörper soll nach der Indienststellung 2005 das 4.900 ts Schiff mit mehr als 30 Knoten bewegen können. Hinsichtlich der Bewaffnung werden aus senkrecht stehenden Startrohren startbare Seeziel-FK des russisch-indischen BRAHMOS-Typs mit 300 km Reichweite, alternativ auch U-Jagd-FK, erwartet. Dazu sollen zur Nahbereichs-Flugabwehr (20 km) russisch-indische KASHMIR-FK (oder israelische BARAK) eingesetzt werden. Ob diese hohe Anzahl der Air-Defence-Fregatten tatsächlich gebaut wird, soll aber wegen der angeblich explodierenden Herstellungskosten fraglich sein.

Bei Zerstörern verließ sich Indien lange auf sowjetische Modelle. Inzwischen kann Mazagon/Bombay auch diese Schiffsklasse herstellen. Die mit U-Jagd-Hubschraubern ausgestatteten Lenkwaffenzerstörer der Dehli-Klasse (Projekt 15) sind die größten Eigenbauten der indischen Marine (Mazagon-Werft. Bombay). Bisher sind drei Schiffe in Dienst, drei weitere sollen in einer Variante (Projekt 15 A) bestellt sein.
Quelle 1:
Delhi Class Destroyers - (www.naval-technology.com)

Auch der technologisch anspruchsvolle U-Boot-Bau wird in Indien versucht.
Zunächst erhielt Indiens Navy erste Boote der russischen Foxtrott-Klasse, aber schon 1981 wurde mit HDW ein Vertrag über den Kauf von zwei U-Booten des Typs 209 abgeschlossen, zwei weitere Boote (Sishumar-Klasse) sollten in Bombay in Lizenz gefertigt werden. Dieser Lizenzbau gestaltete sich wohl schwieriger als erwartet. Jedenfalls wurde die ursprünglich angedachte Produktion weiterer Boote dieses Typs storniert – wobei aus indischen Kreisen vom Bruch des Lizenz-Abkommens durch HDW die Rede war; die Werft hätte Know-how zu diesem U-Boot-Typ entgegen der Absprache einem anderen Anrainer-Staat des indischen Ozeans, nämlich Südafrika zur Verfügung gestellt (Inzwischen wird erneut über den Bau von zwei weiteren Typ 209-U-Booten bei Mazagon berichtet).
Typ 209/1500 / Quelle: Global Defence Review Ltd Ob dies Vorwürfe tatsächlich zutreffen oder die Indische Marine einen Vorwand suchte, um andere Probleme zu bewältigen, blieb ein Geheimnis – jedenfalls verstärkte Indien seine U-Boot-Waffe zunächst durch den Erwerb russischer Kilo-Boote. Als das erste in Indien selbst gebaute Boot bom Typ 209 (im Mai 1989) mit den See-Erprobungen begann, hatte bereits das fünfte U-Boot der Kilo-Klasse (INS Sindhuranta) Bombay erreicht. Offenbar erfüllten diese Boote die Erwartungen der Inder, denn bis 1991 wurden insgesamt 8 Boote erworben, und 1997 wurden weitere Erwerbungen mit zumindest zwei neuen Booten des Typs bekannt. Die Hindustan Shipyards in Vishakapatnam ist inzwischen auch in der Lage, die Grundinstandsetzungen für die U-Boote dieser Klasse durchzuführen.

Seit 2006 wird in neuen konventionellen indischen U-Booten gebaut. Diesmal sieht der Kontrakt mit Frankreich entsprechende Materiallieferung und den Transfer von neuem know-how vor. Besonders von Interesse ist, dass die U-Boote dieser neuen konventionellen Reihe auch mit "aussenluftunabhängigem Antrieb" ausgestattet werden sollen. Dies ermöglicht den neuen Booten nach ihrem Zulauf nicht nur längere Standzeiten vor den Küsten des "Erzrivalen" Pakistan, sondern erlaubt auch allgemein eine Ausdehnung der Einsatzgewässer.

Indien zeigt zudem über die Jahre hinweg deutliches Interesse an eigenen Atom-U-Booten.
1988 mietete Indien für drei Jahre ein Atom-U-Boot der sowjetischen „Charlie-Klasse“, was das Know-how der indischen Marine im Betrieb entsprechender Technologien beweist. Inzwischen scheint auch sicher zu sein, dass Indien in den nächsten Jahren zwei weitere SSN der russischen AKULA-Klasse mieten wird. Neben den zusätzlichen operativen Einsatzmöglichkeiten kann Indien damit ein modernes, nuklearbetriebenes U-Boot ausgiebig im Einsatzbetrieb testen - und Grundlagen für das nationale Eigenbauvorhaben ("ATV" - Advanced Technology Vessel) gewinnen.

Seit 1984 soll Indien versuchen, eigene nuklear angetriebene U-Boote zu bauen. 1994 wurde bekannt, dass Indien in Vishakapatnam eine Anlage für Versuche für einen U-Boot-Reaktor fertig gestellt habe und das zum Betrieb notwendige angereicherte Uran produziert. Im Mai 1995 wurde berichtet, ein landgestützter Prototyp eines Druckwasserreaktors für angereichertes Uran sei bereits fertiggestellt.
Allerdings scheint Indien Probleme bei der Konstruktion des benötigten Rumpfes zu haben. Dennoch müsste das erste indische Atom-U-Boot spätestens einsatzbereit sein, wenn auch die entsprechenden Raketen vom Typ Sagarika zur Verfügung stehen.
Admiral Bhagwat hat angeblich die Absicht zum Bau von mindestens 5 mit Raketen ausgerüsteten SLBM angekündigt, um eine seegestützte Zweitschlagskapazität aufzubauen.
Solche SLBM (Raketen-U-Boote) stellen aber erheblich höhere Anforderungen als nuklear angetriebene Jagd-U-Boote. Deshalb haben die meisten Staaten (mit Ausnahme Frankreichs) zunächst Jagd-U-Boote gebaut, die dann auch den Begleitschutz der Raketenträger übernehmen.
Schon seit Jahren bemüht sich Indien um russische Unterstützung bei diesem ehrgeizigen Programm.





Letztes Update ( Freitag, 03 Oktober 2008 )
 
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