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Weitere Informationen Interne Links Externe Links Konflikte mit Nachbarn: Die Geburtswehen Indiens spiegeln sich in seinem Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarn. Obwohl Indien und Pakistan gleiche Wurzeln haben – die Sprachen Hindi und Urdu unterscheiden sich vor allem in der gebräuchlichen Schrift – sind diese beiden Staaten wie verfeindete Geschwister. Der Dauerkonflikt mit Pakistan gehört bis heute zu Indiens Geschichte. Indien sieht sich zudem von China bedroht, das 1962 eine Demonstration seiner Macht abgab und Indiens Streitkräfte längere Zeit traumatisierte. Seither beherrscht der nördliche Nachbar die Bedarfsplanungen, die Indiens Streitkräfte den eigenen Anforderungen zugrunde legen. Als Folge des Krieges wurden nicht nur die indischen Gebirgsdivisionen (neu) aufgestellt, sondern auch die Forderung nach strategischen Abschreckungswaffen (A-Bomben) erhoben. Erst Im Dezember 1991 erfolgte die Öffnung der Grenzen zu China für einen grenzüberschreitenden Handel. Dazu kommen befristete Einsätze indischer Truppen in Bangladesch und Sri Lanka (1987 als Friedenstruppe, Operation Tasha, Patrouillen gegen die Seeverbindungen tamilischer Rebellen) sowie auf den Malediven (LL-Operationen 1988), die auf Grund von Bürgerkriegen in diesen Staaten erfolgten – und damit letztendlich wohl auch auf koloniale Erblasten zurückgehen. Indien bezeichnet sich betont als blockfrei. Es sucht gute Kontakte zu Russland, das als Gegengewicht zu den USA und dem Rivalen China verstanden wurde, vermeidet aber jedes wirkliche Militärbündnis.
Annäherung zwischen Indien und China: Die Beziehungen der beiden asiatischen Zukunftsmächte, die zusammen 40 % der Weltbevölkerung beherbergen, gestalten nicht nur die Verhältnisse auf dem größten Kontinent, sondern haben globale Auswirkungen. Kooperation oder Konfrontation - das ist die Frage, vor der die beiden erwachenden Mächte, der Drache und der Elefant, stehen. Die gegenseitigen territorialen Ansprüche haben bisher sogar den Abschluss eines formalen Waffenstillstandsvertrages verhindert - dennoch wächst der Handel zwischen beiden asiatischen Mächten mit atemberaubender Geschwindigkeit. Das Handelsvolumen wuchs alleine vom Jahr 2000 (3 Mrd. $) bis 2006 auf über 20 Mrd. $ - und es wird weiter wachsen. Dafür sorgen schon die Investitions- und Handelsabkommen zwischen den beiden Staaten. Zwischen 1996 und 2005 investierten indische Unternehmen - insbesondere Softwarekonzerne - mehr als 160 Mio. $ in China. Bis 2010 soll sich das Handelsvolumen erneut verdoppeln und 40 Mrd. $ erreichen - etwa so viel, wie im Jahr 2005 der Warenaustausch zwischen Deutschland und Japan ausgefallen ist (43 Mrd. $). Indien liefert dabei insbesondere Rohstoffe, während China den indischen Markt mit seinen preiswerten Waren versorgt. Zudem wurden einige, über Jahrzehnte geschlossene Pässe zwischen Indien und Tibet wieder eröffnet. Das erleichtert nicht nur den Grenzhandel der lokalen Bevölkerung, sondern erspart den langen und zeitraubenden Umweg über den Seehandel, der durch die enge Straße von Malakka und damit ein potentiell von der Sperrung bedrohtes Seegebiet führt. China hat damit neben Myanmar und Pakistan eine dritte Landverbindung zum indischen Ozean gewonnen, der die sensible Schifffahrtsroute durch diese s gefährdete Gewässer entlasten kann.Die Tibet-Eisenbahn - im Jahr 2006 von China bis Lhasa vorangetrieben - soll bis Indien verlängert werden. Damit würde China über eine strategisch wichtige Bahnverbindung zur wachsenden Regionalmacht Südasiens verfügen. Dies erleichtert die Versorgung mit Rohstoffen aus Afrika und dem Nahen Osten, wenn im Falle eines Konfliktes um Taiwan die eigenen Häfen gefährdet sind. Öltanker, die den wertvollen Rohstoff in indischen Häfen ausladen, wären von einem solchen Konflikt nicht betroffen.
Indien und China haben ein gemeinsames Problem: die Energieversorgung hält kaum mit den ständig wachsenden Bedarf Schritt. Indien und China haben daher eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich der Energieversorgung abgeschlossen. Die aus den Gebirgsketten zwischen beiden Ländern fließenden Ströme bieten ein großes Potential zur Erzeugung von Wasserkraft. Indien hat zudem großes Interesse am Ausbau der Atomenergie, der in China seit Jahren intensiv vorangetrieben wird. Damit wird aber auch die gemeinsame Sicherung von Öl- und Gasreserven in Afrika oder Asien ermöglicht.
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