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Geschichte: Die Verteilung der Völker innerhalb Ugandas ist das Ergebnis von vorkolonialen Wanderbewegungen. Vor etwa 2000 Jahren wanderten nördlich entlang des afrikanischen Urwaldes ackerbauende Bantus ein, die die ursprünglcih indigene Bevölkerung der Pygmäen zurückdrängte. Seit dem 15. Jahrhundert bildeten sich unter dem Einfluss nilotischer Wanderstämme (Hima und Tutsi) vor allem im Süden Ugandas bei den Bantu die (zum Teil heute aus touristischen Gründen wiederbelebten) bestehenden Aristokratien, vor allem Königreiche. Unter ihnen hatte das Königreich Buganda eine führende Rolle. Weitere Königreiche waren Ankole, Bunyoro und Toro. Der Name „Uganda“ kommt von dem früheren Königreich Buganda.
1888 übernahm die Imperial British East Africa Company das Gebiet als „Uganda Protective“. 1893 wurde Uganda dann britisches Schutzgebiet - also Kolonie. Englisch ist auch Amtssprache des Landes. Die vorhandenen Herrschaftsstrukturen wurden in die britische Kolonialherrschaft eingebunden.
Mit der Unabhängigkeit des Landes (1962) wurde der damalige Kabaka (König) von Buganda Sir Edward Mutesa zum Staatspräsident der unabhängigen förderativen Republik Uganda.Milton Obote wurde der erste Premierminister.Obote versuchte - teilweise mit rüden Gewlatmethoden - die aristokratischen Strukturen aufzulösen. Dies führte zu Widerständen, die Idi Amin 1971 nutzte, um sich an die Macht zu putschen. Sein bis 1979 andauerndes Terrorregime. Hunderttausende von Oppositionellen sowie Angehörige anderer Volksstämme wurden getötet, asiatische Zuwanderer, vor allem Inder, die im Handel bestimmend waren, des Landes verwiesen. Dies führte zu weiteren Rebellionen, bis 1979 tansanische Truppen im Land einmarschierten. Aus den danach folgenden - wohl manipulierten - Wahlen ging erneut Obote als Sieger hervor.Daraufhin ging Museveni mit einer Rebellenarmee gegen ihn vor. Der Guerillakrieg unter Milton Obote (1980-1985) kostete vielen weiteren Menschen das Leben. Im Januar 1986 eroberte Musevenis National Resistance Army (NRA) die Hauptstadt Kampala. Museveni wurde ohne Wahl als ugandischer Präsident vereidigt; seit dem Jahre 2006 gibt es ein Parlament, in dem mehrere Parteien vertreten sind. Wichtigste Partei ist die aus der NRA hervorgegangene National Resistance Movement Organization (NRM-O), kurz „Movement“.
Zwanzig Jahre Bürgerkrieg: Seit 1987 wird ein erbitterter Bürgerkrieg geführt. Die reguläre Armee von Präsident Yoweri Museveni wird von einer Rebellenarmee, der sogenannten "Widerstandsarmee des Herrn" (LRA) unter dem Rebellenführer Joseph Kony bekämpft, die Uganda angeblich nach den biblischen "10 Geboten" regieren will. Der Kampf der Rebellen wurde aber nicht mit biblischen Tugenden geführt sondern ist selbst für das an Gräuel gewöhnte Afrika mit ausserordentlicher Grausamkeit geführt worden. Die Bauern wurden vertrieben (ca. 2 Mio. Binnenflüchtlinge), monatlich etwa 500 Kinder zwischen 9 und 16 Jahren entführt und als Kindersoldaten missbraucht. und sexueller Gewalt, physischer und psychischer Qual ausgesetzt. Aus Angst, sie könnten in der Nacht entführt werden, schicken viele Eltern ihre Kinder abends in die Städte ("Nachtpendler"). Die Opfer der LRA sind vielfach furchtbar verstümmelt. Frauen wurden Lippen, Ohren oder Brüste abgeschnitten - die Verbrechen der LRA sind so gut dokumentiert, dass gegen deren Führer Kony ein Haftbefehl und eine Anklage vor dem Internationalen Straftgerichtshof (ICC) in Den Haag ergangen ist. Tatsächlich war die Regierung im Nordsudan bemüht, die LRA zu fördern, um mit ihr die christlichen Afrikaner des Südsudan unter Druck zu setzen.
Seit dem Friedensschluß zwischen Nord- und Südsudan fehlt diese Unterstützung. Die Truppen des Nordsudan haben sich weitestgehend aus dem Süden des Nachbarstaates zurück gezogen und die Südsudanesische Regierung bemüht sich, zwischen den ugandischen Bürgerkriegsparteien zu vermitteln. Schließlich wird ein ruhiges und befriedetes Uganda benötiigt, um den Südsudan - wie beabsichtigt - durch eine Eisenbahnlinie über Uganda und Kenia mit dem Meer zu verbinden.
Zur Schwächung der LRA hat auch beigetragen, dass Ugandas Regierung eine Amnestie erlassen hat, die immer mehr Rebellen zur Aufgabe bewegt. Grundlage für dieses Vorgehen ist eine - vor allem in der Kultur der Acholis in Norduganda- verwurzelte, ureigene afrikanische Rechtsform, die in angewandelter Form auch in Ruanda erfolgreich ist. Die Rebellen müssen sich einem Versöhnungsprozess unterwerfen, Verfehlungen eingestehen und die Taten bereuen. Nach einem Reinigungsprozess werden die Betroffenen wieder in den Gemeinden aufgenommen.
Wirtschaft: In den Jahren nach der Unabhängigkeit gehörte Uganda zu den industriell am weitesten entwickelten Ländern Ostafrikas.Erst seit den Neunziger Jahren gelingt eine langsame, wirtschaftliche Erholung - die aber durch den Bürgerkrieg mit der LRA massiv behindert wird. Dennoch zählt Ugandaweiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Trotz durchschnittlicher Wachstumsraten in den letzten Jahren von 5 - 7% herrscht auf dem Lande nach wie vor eine unbeschreibliche Armut. Hungersnöte - wie in Äthiopien - sind nur durch den ungemein fruchtbaren Boden des Hochlandes ausgeblieben.
Hauptexportgut ist Kaffee (55 % der Erlöse von insgesamt rd. 620 Mio. $), gefolgt von Fisch (Victoria-See, 7,5 %), Tee (5 %) und Gold. Diesen Exporten stehen Importe in gut doppelter Höhe (1.300 Mio. $) gegenüber. Das BIP (6,5 Mrd. $) wird auf 250 US-$ je Einwohner geschätzt. Der Warentransport findet überwiegend über Kenia und die Hafenstadt Mombasa statt, so dass etwa 1/4 bis 1/3 des ugandischen BSP vom ungehinderten Transport durch Kenia abhängig ist. Regionale Zusammenarbeit: Am 2. März 2004 unterzeichneten die Staatschefs von Tansania, Kenia und Uganda das Protokoll zur Weiterentwicklung der Die East African Community (EAC). Auf dieser Grundlage soll in den nächsten Jahren über eine Zollunion ein Binnenmarkt mit fast 80 Mio Einwohnern auf einer Fläche der Größe Westeuropas entstehen. Ruanda und Burundi haben Anträge auf Mitgliedschaft in der EAC gestellt.
Externe Links: Landeskundliche Informationen: Uganda - (www.inwent.org)
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