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Kulturen im Konflikt
Afrikanische Kulturen
Bantu-Afrika: Südafrika (South Africa) | Bantu-Afrika: Südafrika (South Africa) - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||
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"Südafrikas Wirtschaft boomt. Gut ausgebildete Jugendliche strömen auf den Arbeitsmarkt, auch die Fußball-WM wirkt sich bereits positiv aus. Einzig die miserable Infrastruktur bremst das Land."
Wirtschaft: Leider hat gerade die Apartheidspolitik dazu geführt, dass vor allem die schwarze Bevölkerung von Bildung und Partiziation im Wirtschaftsleben weitgehend ausgeschlossen war. Dieser über Jahrzehnte aufgebaute "Ballast" ist heute noch belastend. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 30 % (Stand: Januar 2006), wobei vor allem die schwarze Bevölkerng in den "Townships" - abgelegenen und schlecht ausgestatteten Vorortsiedlungen - betroffen ist. Eine miserable Schulausstattung führt zu deutlich schlechteren Bildungschancen und damit zu einer deutlich schlechteren Möglichkeit, sich am Wirtschaftsleben zu beteiligen. Dementsprechend ist die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung nach wie vor groß, während in den armen Stadtvierteln Trostlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität um sich greifen. Hier entwickelt sich zusehends ein "Krieg der Armen gegen die Ärmsten". Hungerflüchtlinge aus Simbabwe (Zimbabwe) - drei Millionen Menschen sollen dies Anfang 2008 schon gewesen sein - verdingen sich für Dumpinglöhne (um rund 1/3 unter dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn) um wenigstens ein geringes Einkommen zu erhalten. Südafrika hatte Anfang 2008 bis zu fünf Millionen Menschen aus afrikanischen Nachbarstaaten im Land, aber kaum eine angepasste Einwanderungspolitik. Die Bildung von Auffanglagern wird nach Presseberichten aus politischer Rücksichtnahme vermieden - denn dann müsste Südafrikas Regierung offen Kritik an Robert Mugabea aus Simbabwe üben, aus dessen Land drei von 5 hoffnungsvollen Imigranten kommen. Mit dieser Einwanderung sehen aber auch die arbeitslosen Jugendlichen ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz unterlaufen. Fremdenfeindliche Ausschreitungen der eingesessen Südafrikaner haben so Anfang 2008 zu regelrechten Straßenschlachten in den Slums, etwa in Alexandra bei Johannesburg geführt. Inzwischen geht es allerdings "langsam bergauf": Die Wirtschaft wächst seit Jahren mit stabilen Raten, 2007 um gut fünf Prozent; so stark, dass sogar Energieengpässe eintraten. Im Januar 2008 mussten sogar Gold- und Platin-Minen mangels ausreichender Energieversorgung vorübergehend den Betrieb einstellen. Das staatliche Energieunternehmen Eskom Paulsen stellt seit April 2008 - bis auf Sonntags - jeden zweiten Tag die Energieversorgung für 2 bis 2 1/2 Stunden ein. Trotzdem ist Südafrika nach wie vor "die Führungsmacht" im südlichen Afrika. Südafrika verbindet eine Währungsunion mit seinen Nachbarn Namibia, Lesotho und Swasiland. Überall dort ist der Rand offizielles Zahlungsmitteln. Johannesburg - die Wirtschaftsmetropole im Landesinneren - hat sich zum Einfallstor für chinesische Händler, Restaurantbesitzer und Investoren entwickelt. Gut 100.000 Chinesen leben (Stand 2006) in Dragoncity, Asiacity, Ellis Park und Bruma, wie die "Chinatowns" der Stadt genannt werden. Chinesische Großhänderl haben Johannesburg zu einer Warendrehscheibe für chinesische Produkte wie Hausgeräte, Schuhe und Textilien entwickelt - zum zentralen Marktplatz für den Süden des Kontinents, der die Staaten vonBotswana, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe und Südafrika umfasst (Importvolumen aus China: 3,8 Mrd. $). Das chinesische Engagement ist aber nicht nur auf den Verkauf chinesischer Produkte oder - wie weiter nördlich - auf die Ausbeutung der Rohstoffe und die Errichtung der dafür erforderlichen Infrastruktur begrenzt. Im Oktober 2007 erwarb Chinas führende Staatsbank "Industrial and Commercial Bank of China" (OCBC) für knapp 3,9 Mrd. Euro eine 20%ige Beteiligung an der südafrikanischen Standard Bank Group. Chinas Staatsbank verschafft sich so einen Zugang zum südafrikanischen Finanzmarkt und das ermöglicht, die Investitionen und Transaktionen der chinesischen Geschäftsleute über einen örtlichen chinesischen Finanzrepräsentanten abzuwickeln.
Internationales Interesse: Ein weiteres Augenmerk Südafrikas liegt in der Erschließung der vor der Küste vermuteten Öl- und Gasvorkommen. Hierzu errichtet MAN Ferrostaal für 30 Mio. Euro die ersten Werften des Landes zur Montage und zur Reparatur von Öl- und Erdgas-Förderplattformen. An einem Hafen in Saldanha Bay, etwa 100 km nördlich von Kapstadt, der bisher vor allem der Verschiffung von Eisenerz aus der Kalahari Wüste diente, wird auf einem 220.000 qm großen Gelände eine Montagewerft errichtet. Damit steigt Südafrika in eine Produktion ein, die bisher vor allem in Asien, Europa und Amerika beherrscht wurde. Die Wartung der Anlagen soll über eine neue Wartungs- und Servicestation in Kapstadt erfolgen - wesentlich kostengünstiger als der bisher notwendige Schlepp nach den USA, Europa, dem persischen Gold (Dubai) oder Singapur. Diskutieren Sie mit:
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| Letztes Update ( Freitag, 25 Juli 2008 ) | ||||||