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| Nigeria - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||||
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"Nigeria ist bereits jetzt die wichtigste Wirtschaftsmacht Westafrikas. Öl- und Gasvorkommen locken Investoren aus der ganzen Welt. Zugleich aber lebt die Hälfte der Bevölkerung aber in Armut."
Wirtschaft: Die "großen Verbrauchsstaaten" haben "ein Auge" auf die Ölvorkommen des Landes geworfen. Nigeria ist als einziges Land der Region Mitglied der OPEC, die immerhin einen gewissen Schutz der Produzenten gegenüber den Ölkonzernen und Großmächten darstellt. Die nigerianische Regierung ist daher starkem amerikanischen Druck ausgesetzt, die OPEC zu verlassen. Vor allem China bemüht sich zunehmend um diese Ölquellen, die aber genauso dem nordamerikanischen und europäischen Bedarf zugute kommen könnten. Die staatliche chinesische Ölgesellschaft CNOOC erwarb für 2,3 Mrd. $ etwa die Hälfte des OML 130-Ölfeldes und weitere Bohrlizentzen für 4 Mrd. $. Für 2020 wird bis zur doppelten Menge prognostiziert. Die Förderung in Nigeria ist allerdings durch harte gewerkschaftliche Kämpfe und durch Aktionen bewaffneter Gruppen großen Instabilitäten und Risiken ausgesetzt. Der desolate Zustand der eigenen Raffinerien macht es erforderlich, dass Nigeria seinen Kraftstoffbedarf selbst importiert. Nigeria ist - vielleicht sogar gerade wegen seiner Erdölreserven (2,8 % der Weltölreserven)- weiterhin massiven Konflikten ausgesetzt. 1956 - zu Beginn der Ölvörderung - war Nigeria im Pro-Kopf-Einkommen mit Südafrika vergleichbar, das nach 50 Jahren das 23-fache erwirtschaftete. Aus dem einstigen Selbstversorger ist ein Lebensmittelimporteur geworden. Nigeria deckt 2,5 Prozent des täglichen weltweiten Ölbedarfs (Stand 20007). Der Reichtum des Landes - im Jahre aber 2006 sechstgrößter Ölexporteur der Welt - verschwindet durch Misswirtschaft und Korruption in dunklen Kanälen, während die Bevölkerung leer ausgeht. Die Mangrovensümpfe vor den Küsten sind auf Kilometer vom schwarzen Ölschlick verseucht. Bauern und Fischer leiden unter der grau schwarzen Brühe, die Böden und Wasser vergiftet. Entschädigungen - gar eine Hilfe oder sogar eine Verbesserung der Lebensverhältnisse durch adäquate Arbeitsplätze im Ölsektor sind nur ansatzweise in Sicht. So will Nigerias neue Regierung unter Präsident Umaru Yar’Adua (Stand März 2008) eine staatliche Ölgesellschaft schaffen, um die Gewinne im Land zu behalten und für dessen Aufbau zu nutzen. Der Sektor soll zwar nicht wie in Venezuela verstaatlicht werden, die Dominanz der ausländischen Öl-Giganten wie Shell soll aber eingeschränkt werden. Während die Politiker an den Schaltstellen der Macht immer reicher werden - Nigeria gehört zu den korruptesten Ländern der Erde - verarmt die breite Bevölkerung immer mehr. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen ist seit 1980 - damals noch als Agrarstatt - von gut 910 $ bis 2005 auf durchschnittlich 645 $ gefallen. Die Kluft zwischen den Profiteuren am Ölboom und der breiten Bevölkerung, die unter den Auswirkungen zu leiden hat, ohne selbst einen Teil vom "Ölkuchen" zu erhalten, wird immer größer. Zwei Drittel der Nigerianer leben unter der Armutsgrenze, die mit einem Einkommen von 1 US-$ je Tag markiert wird. Gewaltakte, Entführungen und Erpressungen prägen die Situation im Erdölfördergebiet, dem Nigerdelta, in dem etwa 80 % der Deviseneinnahmen des Landes erwirtschaftet werden. Mehr als 130 bewaffnete Mililzen, die im Schutz der undurchdringlichen Mangroven operieren, kämpfen um Macht und Reichtum. Sie entführen Ausländer und handeln mit Beute-Benzin. Rebellengruppen oder Räuberbanden - eines der reichsten Länder Afrikas gehört zugleich zu den unsichersten Staaten des Kontinents. Mitarbeiter ausländischer Konzerne werden entführt, um Lösegelder zu epressen. Die Pipelines werden angebohrt, um Treibstoff "anzuzapfen". Dadurch kommt es immer wieder zu Explosionen - 1996 wurden Tausende Opfer einer solchen Brandkatastrophe, während gleichzeitig die durch mangelhafte Wartung und Sicherheit entstehenden Umweltschäden zu einem ökologischen Desaster führen, das die ursprünglichen Lebensgrundlagen der Menschen - etwa die Landwirtschaft und den Fischfang - zerstört. Auch in den letzten Tagen des Jahres 2006 verursachte eine gewaltige Explosion in der Hafenstadt Lagos den Tod hunderter von Menschen.
Externe Links: Allerdings bemüht sich auch China im Land Einfluss zu gewinnen. Rund 100.000 Chinesen haben sich bereits im Lande niedergelassen - die Mehrheit davon in Lagos. China bemüht sich, gut 50 km östlich der Stadtfür rund 5 Mrd.$ eine Freihandelszone, die "Lekki Free Trade Zone"mit 150 km² zu errichten, die mit chinesischen Investoren zu einer Werkbank für 300.000 Nigerianer werden soll. Ein eigener Tiefseehafen, Wohn- und Erholungsviertel sollen das Gebietnach dem Vorbild von Shenzhenzu einem gigantischen Industriestandort puschen. Die staatliche Ingenieur-Bau-Gesellschaft Chinas wird anstelle der Weltbank die Eisenbahn von Lagos nach Kanor (8,3 MRd. $) errichten. |
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| Letztes Update ( Freitag, 25 Juli 2008 ) | ||||||||