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Kulturen im Konflikt
Afrikanische Kulturen
Bantu-Afrika: Dem. Rep. Kongo (Kinshasa) (Democratic Republic of the Congo) | Bantu-Afrika: Dem. Rep. Kongo (Kinshasa) (Democratic Republic of the Congo) - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||||||
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Weitere Informationen Interne Links Externe Links Wirtschaft: Nach den Bürgerkriegen - denen Millionen von Menschen zum Opfer fielen - waren die Reste eines Staatswesens mit seiner Verwaltung und Infrastruktur zerstört. Die Verkehrsverbindungen innerhalb des Landes sind zusammengebrochen. Von offiziell knapp 160.000 Kilometer Straßen sind nur noch wenige Hundert Kilometer - die Schlaglochpisten in den Städten - befahrbar. 4.500 Kilometer Eisenbahnnetz rosten vor sich hin. Mit Ausnahme von einzelnen Flußschiffen (ob genug Treibstoff zur Verfügung steht gestaltet sich immer wieder zu einem Vabanque-Spiel) findet der Warenaustausch nicht innerhalb des Kongo sondern von den Randprovinzen zu den Nachbarstaaten im Süden und Osten statt. Flugzeuge sind oft die einzige Transportmöglichkeit innerhalb des Landes. Von den über 50 zugelassenen Fluggesellschaften hat allerdings (mit der Ausnahme eines einzigen Flugzeuges) keine Landeerlaubnis in der EU erhalten - Sicherheitsbedenken. Die gebrauchten russischen Antonow-Transporter werden kaum gewartet, die Besatzungen überladen die Flugzeuge für entsprechende Unterstützungszahlungen - und entsprechende Flugunfälle sind daher nahezu an der Tagesordnung. Der Kongo - das riesige Gebiet des Kongo-Beckens, das praktisch das ganze Zentrum Afrikas vom Atlantik bis zu den Bergketten des ostafrikanischen Grabenbruchs einnimmt - ist nicht nur ein Land des Urwalds mit seinen Edelhölzern und der Wasserströme. Der Kongo beherrscht die größten kupferhaltigen Kobaltvorkommen der Welt. Im Osten wird Erdöl vermutet, im Nordosten an der Grenze zu Uganda gibt es Edelmetalle (Gold). Die Kassai-Provinz besitzt eines der größten Diamanten-Vorkommen der Welt, daneben gibt es Cadmium, Beryll, Mangan, Silber, Uran, Wolfram und Zink. Coltan (70 % der Weltreserven), Diamanten (25 % der Weltreserven), Gold, Kobalt (1/3 bis 50 % der Weltreserven), Kupfer (10 - 30 % der Weltreserven), Mangan, Silber, Wolfram, Zink, Zinn, .... bei einem Weltmarktpreis von 7.500 $ für die Tonne Kupfer und 52.000 $ für eine Tonne Kobalt (Stand 2007) müsste der Staat Kongo eigentlich zu den reichsten Staaten der Erde gehören. Inzwischen stellt sich aber zunehmend heraus, dass die ethnischen Konflikte auch von der Gier nach den Rohstoffen des Landes geschürt werden. Besonders begehrt ist Coltan (Tantal), ein Erz, das aussieht wie Steinkohle und fast das Gewicht von Gold hat - nicht nur im wortwörtlichen Sinne. Coban wird aufbereitet, und in seine Bestandteile Niob und Tantal getrennt, wobei das letztere in der Computer-Industrie heiß begehrt ist. Tantal ist extrem leitfähig und bei einem Schmelzpunkt von knapp 3.000 Grad Celsius zugleich extrem Hitzebeständig, der ideale Stoff für modernste Technologien - von Mikrochips in PCs und Mobiltelefonen bis hin zu den Hitzeschildern von schnell fliegenden Jets und Rückkehrkapseln aus dem Weltraum. Das US-Verteidigungsministerium hat inzwischen Tantal zum "strategischen Rohstoff" erklärt. Knapp 70 % der weltweiten Tantalproduktion wird in der Kondensator-Fertigung verarbeitet. Weitere 11 % des kostbaren Pulvers werden im Bereich von Elektronik und Optik verbraucht. Die Nachfrage nach dem Mineral wächst stetig - mit über 5 % jährlich, und die Vorräte sind so begrenzt wie das Erdöl. Die Reserven sollen lediglich noch für gut 100 Jahre reichen. In Afrikasind die direkt an der Oberfläche abbaubaren Reserven besonders attraktiv. Die Einnahmen aus den so ausgebeutetet Minen fließen am Staat vorbei. Im Jahre 2005 betrugen die staatlichen Einnahmen aus Abgaben und Steuern gerade mal 800 Millionen Dollar. Rund 60 % des Staatshaushalts müssen von internationalen Geldern getragen werden. Bei den eigenen Einnahmen stammen 70 % aus der Erzprovinz Katanga im Süden des Landes. Gleichzeitig wird wohl auch die in den Wahlen 2006 bestätigte Regierung von Präsident Joseph Kabila, der sich mit Beratern aus der Provinz Katanga umgeben hat, in fragwürdige Provisionsgeschäfte verwickelt - was den Bergbaukonzernen, die inzwischen Milliarden für die Erschließung der Minen in Katanga investieren, eine gewisse "Rechtssicherheit" verschaffen soll. 85 Prozent der Kongolesen (mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung von 16,2 Jahren) sind arbeitslos, die Bevölkerungsentwicklung galoppiert vor den Wachstumsraten der Wirtschaft. 70 Prozent der Bewohner leben in absoluter Armut, 30 Prozent der Kinder sind unterernährt - ein willfähriges Potential von Minenarbeitern, aber auch für die Rekrutierung von Kindersoldaten wird hierdurch gebildet. Externe Links: Die Provinz im Südosten des Landes ist mit ihren riesigen Kupfer- und Kobaldvorkommen zum Wirtschaftsmotor des Landes geworden. Die extrem hohen Weltmarktpreise und der hohe Erzgehalt der kongolesischen Vorkommen locken Investoren in das Land. Im Sommer 2007 waren rund 25 Minen vor der Erschließung durch ausländische Investoren - jede Mine mit einem Investitionsaufwand von Hunderten Millionen Dollar. An den Grenzen zu Sambia stauen sich Lastwagenkolonnen, um den Bedarf der kongolesischen Minen zu decken - und auf dem Rückweg die wertvolle Erzfracht nach Sambia zu transportieren. Der staatliche kongolesische Bergbaukonzern "Gécamines" hat noch vor dem Bürgerkrieg in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis zu 470.000 Tonnen Kuper gewonnen - eine Marge, die den Managern von internationalen Minenkonzernen einen verräterischen Glanz in die Augen treibt. Der Staatskonzern - inzwischen von Politikern ausgeplündert und unter Zwangsverwaltung durch die Weltbank - verfügt aber immer noch über enormen Landbesitz in der Provinz und viele Konzession, was das marode und ausgeplünderte Unternehmen immer noch für die globalen Minengesellschaften zu einem begehrten Partner macht.
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| Letztes Update ( Freitag, 05 September 2008 ) | ||||||||||