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Bantu-Afrika: Dem. Rep. Kongo (Kinshasa) (Democratic Republic of the Congo) - Einführung E-Mail
Geschrieben von Erich Sczepanski   
Artikel Inhalt
Einführung
Bürgerkriege 1./2. Phase
3./4. Phase
5. Phase
6. Phase
Wirtschaft
Wirtschaftlicher Wiederaufbau
Flagge Dem. Rep. Kongo (Kinshasa)








6. Phase - erneute Bürgerkriege: 

Fünf Monate nach den Wahlen sind wieder Kämpfe ausgebrochen - zwischen den Regierungstruppen des Wahlsiegers Kabila, und den Milizen des Verlieres Bemba, der sich inzwischen nach Europa ins Exil flüchtete.

Faktisch ist dazu im Osten des Kongo in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu an der Grenze zu Uganda, Ruanda und Burundi ein "Staat im Staate" unter der Herrschaft von rund 6.000 straff organisierten Hutu-Milizen (FDLR) entstanden.

Laurent Nkunda - Kriegsherr vom Stamm der Banyamulenge, Milizenführer und "Beschützer der Tutsi-Minderheit" - und Präsident Kabila hatten zwischenzeitlich in einem Abkommen die Eingliederung der 5- 6.000 Mann Tutsi-Milizen in die kongolesische Regierungsarmee vereinbart, tatsächlich aber ist diese Allianz inzwischen zerbrochen. Anlass dafür war im September 2007, dass Nkunda-Kämpfer, die in die kongolesischen Streitkräfte eingegliedert waren ("Brigade Bravo"), in Nordkivu weiterhin Massaker an den kongolesischen Hutu verübten. Der Abzugsbefehl durch den Präsidenten führte zur Dessertation der Tutsi-Milizionäre der Brigade - und auch der anderen Tutsi-Milizionäre in den bereits aufgestellten 5 "gemischten Brigaden" der kongolesischen Armee. Die verbleibenden regierungstreuen Soldaten konnten sich nur mit Unterstützung der UN-Mission (Transport und Luftaufklärung) behaupten.

Die kongolesische Armee und die Tutsi-Milizen liefern sich wieder Kämpfe, zumal einige Kommandanten der kongolesischen Regierungsarmee mit den Hutu-Milizen fraternisieren - während die Tutsi-Milizen von den Streitkräften Ruandas unterstützt wird. Die kongolesische Armee verlegt nun massive Truppenverstärkungen in die beiden Grenzprovinzen Nord- und Süd-Kivu an der Grenze zu Uganda und Ruanda. Etwa 20.000 Soldaten sollen es inzwischen sein, die zu etwa 1/4 die Straße von der Provinzhauptstadt Goma zur ugandischen Grenze sichern. 

Im Ostkongo sind zugleich die Kämpfe zwischen Tutsi und Hutu-Milizen wieder voll entbrannt. Die Milizen sitzen in den Hügeln und Bergen und sind inzwischen auch in den Virunga Nationalpark vorgedrungen, der sich entlang der kongolesischen Grenze zu Uganda etwa vom Albertsee (Uganda) bis zur ruandischen Grenze erstreckt. Von hier aus stoßen sie nachts in die Dörfer vor, um zu plündern, "Abgaben zu erheben", zu vergewaltigen und zwangsweise neue Kämpfer für die jeweilige Miliz zu rekrutieren.

Etwa 600.000 bis 800.000 Menschen sollen sich inzwischen auf der Flucht vor den Milizen, oder der kongolesischen Regierungsarmee befinden, die in ihren Methoden dem Terror der Milizionäre kaum nachstehen soll. Die Bevölkerung flüchtet in ethnisch "bereinigte" Regionen. 

  • die Tutsi Bevölkerung flieht zu den Gebieten, die von Tutsi-Milizen der Banyamulenge (Nkunda)   beherrscht werden
  • die Hutu flüchen die die Gebiete, die von der kongolesischen Armee und den Milizen der FDLR beherrscht werden.

 Zwischen 2006 und 2008 wurden im Ostkongo über 850.000 Menschen im Ostkongo vetrieben - so schätzt die UNO, deren UN-Friedenstruppen (Monuc) die erneute Aufrüstung beider Parteien feststellen. Nkunda, der sich als Beschützer der Tutsi vor den Hutu-Milizen bezeichnet, rekrutiert seit Sommer 2008 wieder verstärkt Milizionäre, und liefert sich Mörsergefechte mit der regulären Armee Kinshasas. Uganda zieht an der Grenze eigene Truppen zusammen, um eine Ausbreitung der Kämpfe auf ugandisches Gebiet zu verhinden (Stand August 2008).

Externer Links zum Konflikt im Kongo:





Letztes Update ( Freitag, 05 September 2008 )
 
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