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Kulturen im Konflikt
Afrikanische Kulturen
Bantu-Afrika (Einführungsdossier) | Bantu-Afrika (Einführungsdossier) |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | |||
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Bantuwanderung - ein Volk erobert einen Kontinent:
Wie David Phillipson (Archäologe am "British Institute of History and Archaeology in East Africa) recht überzeugend ausführt (Septrum de Wissenschaft, Dossier: Sprachen - 2007) breitete sich diese früheisenzeitliche Kultur von ihrem Ursprungsgebiet im Südosten Nigerias (Benin) und von Kamerun entlang des Nordrandes des Qäuatorial-Waldes am Südrand der Zentralafrikanischen Republik entlang nach Osten aus, wo im Gebiet des heutigen Uganda am Victoria See ("Urewe-Keramik", ca. 500 v. Chr.) zentralsudanesische Hirtenelemente (die Bantu-Worte für "Rind" und "Schaf" sollen aus zentralsudanesischen Sprachen kommen) in die Bantu-Kultur aufgenommen wurden. Von dort führten zwei Wanderbewegungen - eine westliche Route am Südrand des Waldes entlang - und eine östliche Route wohl östlich des ostafrikanischen Grabenbruches - nach Süden. Der westliche Zweig vereinigte sich etwa um die Zeitenwende mit anderen Bantu-Stämmen, die von Kamerun aus - möglicherweise entlang des Meeres oder der tropischen Flüsse - über die Kongo-Mündung nach Süden vorgedrungen waren. Die so entstandene Volksgruppe bildete wohl um ca.500 n. Chr. ein Kulturzentrum im Hochland von Westzentralsambia und im SO der DR Kongo, so diese Bantu-Stämme wieder in Kontakt mit dem östlichen Zweig der Bantu-Völkerwanderung gerieten. Späteisenzeitliche Werkstätten (ab ca. 11. Jhdt. nach Chr.) aus der östlichen Hälfte des Bantu-Verbreitungsgebietes, die deutliche Verbindungen zur westlichen Bantu-Gruppe zeigen, decken sich nach Phillipson im Verbreitungsgebiet mit der geographischen Verteilung von Bantu-Dialekten die auf westliches Bantu zurückgehen. Die östlichen Hochlandsprachen haben also das früheisenzeitliche Bantu des östlichen Zweiges überlagert. Die Bantu-Wanderung des früheisenzeitlichen östlichen Zweiges erreichte etwa um 300 bis 400 n. Chr. den Nordosten des südlichen Afrika mit Simbabwe und etwa um 500 bis 600 n.Chr. Südwestsambia. Die Viehzüchter und Hirtenbauern (und wohl die Träger der afrikanischen Eisenverarbeitungskultur) besiedelten - unter Verdrängung der ursprünglichen San-Kulturen - in der Folge jene Gebiete verstärkt, die Viehhaltung erlauben. Von Zentral- und Ostafrika aus wurden über parallelen Völkerwanderungen, ständig begleitet von gegenseitigen Kriegen, schließlich Südafrika erreicht. Frühe Bantu-Funde sollen bereits um 200 n. Chr. aus Botswana bekannt sein, aber noch um 1200 n. Chr. haben die Vorgänger der Bantu - die San- und Khoe-Völker - mit ihren Jäger-, Sammler- und Hirtenkulturen gemeinsam mit Bantu-Bauern und -Hirten in Botswana gelebt. Der Niedergang des "Reiches" von Toutswe (650 - 1300 n. Chr. mit einer Blüte kurz nach der Jahrtausendwende) führte wohl zu einer Entvölkerung Botswanas, die erst um 1500 n. Chr. mit der (erneuten) Zuwanderung von Bantu-Völkern beendet wurde. Während die Tswana vermutlich schon um das Jahr 1400 nördlich des Vaal-Flusses auf die Ureinwohner der Kapregion stießen, wurden Xhosa 1686 an der Küste von Transkei genannt. Als letzte erreichten vermutlich um 1700 die Sotho das Gebiet südlich des Flusses Limpobo an der Nordgrenze des heutigen Staates Südafrika. Externe Links: Diese Völkerwanderung ist - ähnlich der germanischen Völkerwanderung am Ende des römischen Imperiums - als ein stetiges Umherstreifen und "Verwirbeln" verschiedener Volksgruppen zu sehen, die sich vermischten oder auch bekriegten. Begünstigt durch die modernen Verkehrsmittel sowie neue Medien beginnen sich heute mehrere Handels-und Verkehrssprachen durchzusetzen.
Bantu-Afrika heute: Heute sprechen etwa 140 bis 150 Millionen Menschen die unterschiedlichen, nah verwandten Bantu-Dialekte. Das von Bantu-Völkern besiedelte Afrika nimmt ein Verbreitungsgebiet ein, das ganz Süd- und Zentralafrika umfasst und dessen nördliche Ausbreitungsgrenze von Kamerun im Westen bis zum Aäquator am indischen Ozean reicht. Nach Jahrzehnten der Erschütterungen, der nachkolonialen Ausbeutung durch korrupte neue Eliten und der Bürgerkriege beginnt sich der von Bantu-Völkern bewohnte südliche und mittlere Teil des Kontinents langsam zu erholen. Südafrika bildet den Kern einer wirtschaftlichen Konsolidierung, die langsam und allmählich nach Norden ausgreift. Während Staaten wie Zimbabwe vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehen - nur durch die Transfergelder der nach Südafrika geflüchteten Gastarbeiter am Leben erhalten - haben die Minenkonzerne der Welt die reichen Erzvorkommen von Angola über den südlichen Kongo bis Sambia erneut entdeckt. Das Ende des Bürgerkriegs in Angola erlaubt, die Bodenschätze erneut für den Weltmarkt zu erschließen. Ein Symbol dieses Aufbruchs, ein Zeichen ist das Mobiltelefon, das Afrika erobert. Die kriegszerstörte Infrastruktur wird durch das schnurlose Telefon ersetzt. Von 1999 bis 2004 haben sich - wie die FAZ berichtete - die Zahl der Kunden auf dem gesamten Kontinent von 7,5 auf über 82 Mio. Menschen mehr als verzehnfacht und habt bis Sommer 2007 etwa 120 Mio. erreicht. Bis 2010 sollen bereits über 310 Mio. Kunden über Handy erreichbar sein. Inzwischen ist der Versorgungsgrad der Bevölkerung z.T. auf über 10 % angewachsen, und bei einer Gesamtbevölkerung von über 850 Millionen besteht ein noch weit ausbaufähiger Markt, den sich nicht nur Konzerne aus dem amerianischen, asiatischen oder europäischen Ausland teilen. Der südafrikanische Mobilfunkkonzern Vodacom ist neben dem afrikanischen Pionier Celtel (2005 für fast 3,5 Mrd. $ an kuwaitische Investoren verkauft) zum größten Anbieter im Erzgebiet von Kongo-Kinshasa geworden. Ein halbes Hundert "Super-Dealer" verschafft dem südafrikanischen Anbieter Jahr für Jahr über bis zu 3000 Großkunden, denen jeweils maximal 10 Läden mit jewils 20 bis 50 Straßenhändlern zugeordnet sind, mehr als einhunderttausend Neukunden. Alleine im Gebiet von Kongo-Kinshasa soll es im Sommer 2007 bereits über 6 Millionen Handybenutzer gegeben haben. Das Handy eröffnet den Benutzern völlig neue wirtschaftliche Perspektiven. Lebensmittel wie Wildfleisch werden nicht mehr "auf Verdacht" sondern nach Bestellung über weite Strecken geliefert - inclusive Kühlhausregal und Flugfracht. Die Händler liefern gezielt die Ware, die benötigt wird, bestellen per Handy und lassen sich mit "Gebühreneinheiten" bezahlen, die über Funksignal von einem Handy zum anderen übertragen werden können. In den ärmeren Gebieten haben Handys die Funktion der öffentlichen Telefonzellen übernommen, mit dem der Kontakt zu Familienmitgliedern gehalten - und den Schwarzhändlern der aktuelle Devisenwechselkurs mitgeteilt wird. Das Handy ebnet den Weg in die Informationsgesellschaft. Unterdrückungsmaßnahmen, Wahlfälschungen, aber auch Werbung und andere Informationen gehen in Sekundenschnelle über die Handy-Netze und ermöglichen den Handynutzern einen breiten Informationsstand. |
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| Letztes Update ( Freitag, 25 Juli 2008 ) | |||