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Kulturen im Konflikt
Afrikanische Kulturen
Bantu-Afrika: Simbabwe (Zimbabwe) - früher Rhodesien | Bantu-Afrika: Simbabwe (Zimbabwe) - früher Rhodesien - Einführung |
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| Geschrieben von Erich Sczepanski | ||||||
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"Kaum ein Staat ist in so kurzer Zeit so tief gestürzt wie Simbabwe. In weniger als einem Jahrzehnt hat das Regime die Wirtschaft ruiniert. Acht von zehn Menschen sind arbeitslos. Farmen, Minen und Fabriken produzieren nur noch wenig. Die frühere Kornkammer ist auf Lebensmittellieferungen angewiesen, damit Menschen nicht verhungern. Eine gute Landreform wäre dringend nötig gewesen, um die Ungerechtigkeit kolonialer Herrschaft zu korrigieren. Doch Mugabe hat die Weißen von den Farmen nur vertrieben, um Günstlinge zu belohnen und seine Herrschaft zu sichern. Mit den Farmern sind bis zu vier Millionen schwarze Simbabwer geflüchtet, die in der Heimat keine Zukunft mehr sehen.
Wirtschaft: Der wirtschaftlaiche Niedergang stärkte zunächst die politisch gegen Mugabe opponierenden Bevölkerungsteile. Daraus folgte das Bemühen der Regierung, oppositionelle Strömungen grundsätzlich zu verhindern und den politischen Alleinvertretungsanspruch - auch mit Mitteln der Gewalt - zu zementieren. In den achtziger Jahren ließ Mugabe - so die Südd. Zeitung - mindestens 20.000 Menschen im Matabele-Land ermorden, um seine Macht zu sichern. Als eine der ersten Zielgruppen der politischen Opposition wurden die - zumeist bei weißen Landwirten angestellten - Farmarbeiter identifiziert. Die Weißen - weniger als 1% der Bevölkerung - hatten ursprünglich etwa 70% des urbaren Landes zu kommerzieller Nutzung in den Händen. Kurz vor der Jahrtausendwende (1999) begann Mugabe, die Wiederverteilung zurück geführten Landes als ein lebenswichtiges Programm zu proklamieren. Auch um andere interne Schwierigkeiten zu überspielen (starke Korruption von Verwaltung und Partei bei gleichzeitigen Entlassungen im öffentlichen Sektor), jedoch auch wegen der Agrarkrise, wurden die Weißen, die den größten Teil des Bruttosozialproduktes, sowie der Nahrungsmittel, erzeugten, immer schärfer unter psychischen und physischen Druck gesetzt. Indem die Farmer enteignet und die Arbeiter dadurchin die Arbeitslosigkeit und Verelendung getrieben wurden, konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem politischen Einfluss der weißen Farmer entziehen. Das von der Regierung Mugabes verabschiedete Landnahmegesetz zwang etwa 3000 weiße Farmer dazu, ihre Grundstücke zu verkaufen. Die letzte Frist für die Farmer lief am 8. August 2002 ab. Im Anschluss daran ist das Militär brutal gegen diejenigen Farmer vorgegangen, die ihre Höfe nicht verlassen wollten. Über 130 Farmer wurden festgenommen und zugunsten von Mitgliedern der Regierung und engen Vertrauten Mugabes zwangsenteignet. Günstlinge von Mugabe konnten sich gleich mehrere Farmen aneignen. Allein 200.000 Landarbeiter verloren wegen der Vertreibung der Farmer ihre Jobs. Nach offiziellen Angaben haben auf diesem Wege 300.000 Schwarze Land erhalten, eine Untersuchung ergab 2004, dass es tatsächlich nur 150.000 waren und nicht einmal die Hälfte ihr neugewonnenes Land auch tatsächlich bearbeitete. Vielen von ihnen fehlte die Erfahrung und die Ausrüstung, um die Farmen zu bewirtschaften. Diese "Landreform" brach Simbabwe binnen fünf Jahren das ökonomische Rückgrat. Etwa vier Millionen Simbabwer brauchten schon Anfang 2008 Nahrungshilfe, die Krise wird durch wetterbedingte Ernteausfälle noch verschärft und dürfte sich im laufe des Jahres verdoppeln. Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 weitere diktatorische Maßnahmen, indem (im Rahmen der Aktion mit der zynischen Bezeichnung „Aktion Abfallbeseitigung“) etwa 750.000 Menschen obdachlos wurden. Millionen Simbabwer haben das Land verlassen und suchen im Süden, bei den reichen Nachbarn Botswana und Südafrika, in Sambia sowie in Mosambik ihr Glück. Ohne die Hilfe dieser Hungerflüchtlinge könnten die Simbabwer zu Hause gar nicht mehr überleben. Inzwischen ist das Land wirtschaftlich kollabiert. Ein Kilo Kartoffeln war - wenn überhaupt - (Stand 09/2007) für 375.000 Zimbabwe-Dollar (entsprechend 1,25 US-$, Schwarzmarktkurs) zu kaufen, ein Stück Seife für 250.000,- Zimb-Dollar, während das Monatsgehalts eines Lehrers "stolze" 3 Mio. Zimb-Dollar beträgt. War: denn bis solche Preise bei uns wiedergegeben haben hat die galoppierende Hyperinflation diese Aussagen schon längst überholt. Präsident Mugabe lässt indes die Notenpressen heiß laufen. Im Mai 2008 hat die Zentralbank schon wieder einen neuen Geldschein kreiert, eine 250-Millionen-Dollar-Note. Aber auch mit diesem Schein konnte man nur noch zwei Flaschen Cola kaufen. Die Inflation gilt als die weltweit höchste, die Arbeitslosigkeit liegt bei 80 Prozent (Africa Analysis) und neben Gütern aller Art sind auch Devisen Mangelware. In Simbabwe, einer Kornkammer Afrikas, sind nach Hochrechnungen humanitärer Organisationen rund 5,8 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Etwa 1/3 der Bevölkerung soll inzwischen das Land verlassen haben, auf der Flucht vor politischer Verfolgung wie auch vor dem wirtschaftlichen Notstand. Die meisten der - oft noch sehr gut ausgebildeten - Flüchtlinge haben in Südafrika ein Auskommen gefunden. Lediglich die Devisenüberweisungen und Lebensmittelpakete dieser Exilanten verhinden den völligen Zusammenbruch des Landes. In dieses wirtschaftliche Desasterland stößt- wie die WIRTSCHAFTSWOCHE, Ausgabe 32/2006 berichtet - China mit Landwirten, Ärzten, Lehrern, Medikamenten und technischer Hilfe vor. China bezieht Erze wie Kupfer, Kobalt. Magnesium. Platin und Chrom und liefert dafür Billigwaren eigener Herstellung - bis hin zu Militärjets. So hat die staatlich kontrollierte Zeitung "The Herald" im August 2006 die Beschaffung von weiteren 6 Trainings- und Erdkampfflugzeugen vom Typ Karakorum 8 (K-8) für einen geschätzten Stückpreis von 20 Millionen Dollar (15,6 Mio. Euro) bekannt gegeben. Uni Kassel:
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| Letztes Update ( Freitag, 25 Juli 2008 ) | ||||||